10.000 zusätzliche Deutschkursplätze für Asylwerber

10. April 2017, 16:03
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Wien stockt Kurse für Flüchtlinge auf – Kosten: Zehn Millionen Euro

Wien – Die Stadt Wien baut die Deutschkursplätze für Asylwerber gehörig aus. 10.000 zusätzliche Plätze werden geschaffen, die Kurse werden gestaffelt zwischen Juli 2017 und Ende Juni 2018 stattfinden. Bisher standen 13.800 Deutschkursplätze in Wien zur Verfügung, die von Migranten und Flüchtlingen besucht werden. Eigene Kursplätze für Asylwerber in Grundversorgung gab es bisher aber nur 2.000, hieß es aus dem Büro von Sozialstadträtin Sandra Frauenberger zum STANDARD.

Ausschreibung noch diese Woche

Die Ausschreibung für die Kurse wird noch in dieser Woche starten, kündigten Frauenberger, Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und Flüchtlingskoordinator Peter Hacker am Montag an. Diese läuft über den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (Waff). Kursanbieter können in den nächsten sechs Wochen ihre Angebote abgeben. Frauenberger bezeichnete die ausgebaute Maßnahme als "weiteren wichtigen Schritt für Integration ab dem ersten Tag".

Budget: zehn Millionen Euro

Für die 10.000 zusätzlichen Deutschkursplätze steht ein Budget von zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Hälfte wird über europäische Mittel gedeckt, konkret über eine Förderung des Europäischen Sozialfonds. Drei Millionen Euro kommen vom Bund – durch die vom Innenministerium bereitgestellten Integrationsmittel. Wien steuert über den Fonds Soziales Wien (FSW) zwei Millionen Euro bei.

Vermittelt werden die Kurse für die Asylwerber in Grundversorgung von der Bildungsdrehscheibe des Aus- und Weiterbildungszentrums (AWZ) Soziales Wien. Diese erhebt Kenntnisse und Qualifikationen der Flüchtlinge, etwa das Sprachniveau, und teilt individuell in Deutschkurse und Weiterbildungsprogramme zu. Die 10.000 zusätzlichen Kurse sind für die Deutschniveaus A1, A2 und B1 sowie für Basisbildung, Alphabetisierung und fachsprachliche Vorbereitung auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Platter: "Rückreisezentren" forcieren

Mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigte sich am Montag auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Er sieht "dringenden Handlungsbedarf" bei der Einrichtung von "Rückreisezentren" für Asylwerber, die einen negativen Bescheid zugestellt bekommen haben. Um ein Untertauchen von Personen zu verhindern, müssten diese "forciert" werden, forderte Platter, der auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz ist. Platter: "Es kann nicht sein, dass der Rechtsstaat vor Menschen, die sich illegal in unserem Land aufhalten und sich weigern auszureisen, in die Knie geht und sie auch noch finanziell versorgt." (krud, 10.4.2017)

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