KSV wirbt mit Kampf gegen Bildungsökonomisierung um Stimmen

10. April 2017, 14:35
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Tiroler Geschichte-Student Lukas Haslwanter Spitzenkandidat

Wien/Innsbruck – Einen "neoliberalen Umbau" der Hochschulen auf allen Ebenen ortet Lukas Haslwanter (27), Spitzenkandidat des Kommunistischen StudentInnenverbandes (KSV) für die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von 16. bis 18. Mai. Er hat am Montag in Wien das Programm seiner Fraktion präsentiert, die mit dem Kampf gegen Leistungsdruck und Bildungsökonomisierung um Studentenstimmen wirbt.

Wie schon bei den vergangenen ÖH-Wahlen kandidieren auch heuer wieder zwei kommunistische Listen unter ähnlichen Namen – neben dem KSV auch der "Kommunistische StudentInnenverband – Linke Liste" (KSV-Lili). Der KSV hatte sich vor rund zehn Jahren im Zuge eines KP-internen Richtungsstreits in einen mit der Bundes-KP sympathisierenden und einen KP-kritischen Teil gespalten: Die Kritiker kandidierten in den meisten Fällen als KSV bzw. KSV & KJÖ, die KP-nahen Studenten als KSV-Linke Liste (KSV-Lili). Beide Fraktionen verfügen über jeweils ein Mandat in der ÖH-Bundesvertretung.

Als Wahlziel nannte Haslwanter "Stimmen gewinnen und das Mandat halten". Das soll mit der Forderung nach einer Rückkehr zum Diplomstudium, nach Abschaffung von Studiengebühren und Inflationsanpassung von Beihilfen, nach wirksamen Wohnbeihilfen und günstigeren Studententickets für öffentliche Verkehrsmittel gelingen. Nach Ansicht Haslwanters hat die Umgestaltung der Hochschulen dazu geführt, dass Studenten während des Studiums häufig in prekären Arbeitsverhältnissen stecken. Anschließend würden sie mit niedrigen Abschlüssen als billige, aber hoch qualifizierte Arbeitskräfte auf den freien Markt geworfen. "Als KSV stehen wir für eine starke soziale Allianz der Jugend, der StudentInnen und der arbeitenden Menschen gegen diese Verhältnisse", so Haslwanter.

Der gebürtige Tiroler studiert seit zwei Jahren an der Universität Innsbruck Geschichte, nachdem er die Matura am Abendgymnasium nachgeholt hat. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitet er halbtags in einer Bäckerei. Unipolitisch hat sich Haslwanter bisher in der Studienvertretung Geschichte engagiert, auch in der GPA-djp Jugend Tirol ist er aktiv. (APA, 10.4.2017)

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