BVB: "Monaco ist nicht München", Juve will Barca stoppen

10. April 2017, 14:17
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Dortmund hat trotz verpatzter Liga-Generalprobe CL-Halbfinale im Visier – Juventus empfängt Barcelona, Katalanen zuletzt mit Dämpfer

Dortmund/Turin – Verpatzte Generalprobe, angespannte Personallage – für Borussia Dortmund wird das vermeintliche Glückslos AS Monaco zur Nagelprobe. "Es ist kompliziert. Es ist wahnsinnig viel, womit wir umgehen müssen", sagte Trainer Thomas Tuchel vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den offensivstarken französischen Tabellenführer am Dienstag (20.45 Uhr).

Im Kampf um den ersten Einzug ins Halbfinale der Königsklasse seit vier Jahren macht sich der angeschlagene BVB nach der ernüchternden Niederlage im Bundesliga-Topspiel bei Bayern München (1:4) aber Mut. "Monaco ist sehr stark, aber nicht Bayern München. Da ist ein Klassenunterschied dazwischen. Sie sind nicht unschlagbar", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

BVB-Leistungsträger vor Comeback

Hoffnung macht die Rückkehr wichtiger Stützen. Tuchel kann gegen den siebenmaligen französischen Meister wohl wieder mit Lukasz Piszczek, Shinji Kagawa und Julian Weigl planen. Marco Reus ist nach überstandenem Muskelfaserriss ebenfalls ins Mannschaftstraining eingestiegen. Der Nationalspieler könnte zumindest die Jokerrolle ausfüllen. "Es werden Spieler zurückkommen. Wir wissen aber nicht in welcher Verfassung. Aber wir brauchen sie mit Kraft, Form und Energie", stellte Tuchel leicht besorgt fest.

Angesichts der mäßigen Auswärtsleistungen der Schwarz-Gelben soll im Signal-Iduna-Park der Grundstein gelegt werden. Seit über zwei Jahren sind die Westfalen in der Bundesliga zu Hause ungeschlagen, in der Champions League verloren sie in dieser Saison ebenfalls noch keines ihrer vier Heimspiele (drei Siege).

Dortmund setzt auf routiniertere Abwehr

Doch in Monaco wartet ein fürstlicher Prüfstein für die nicht immer sattelfeste BVB-Defensive. Angeführt von Torjäger Radamel Falcao und dem erst 18 Jahre alten Wunderkind Kylian Mbappé hat der Champions-League-Finalist von 2004 in 31 Ligaspielen bemerkenswerte 88 Tore erzielt. Auch beim überraschenden Achtelfinalerfolg gegen Manchester City (3:5 und 3:1) stellten die Monegassen ihre Offensivkraft eindrucksvoll unter Beweis. "Selbst wenn sie viele Tore schießen: Es gilt noch immer, dass große Siege und Titel vor allem über eine gut funktionierende Defensive errungen werden", sagte Kapitän Marcel Schmelzer im kicker-Interview: "Wir müssen dafür sorgen, dass wir die stärkere Defensive stellen – und cleverer, intelligenter und abgezockter sein."

Dies war bei der Niederlage in München nicht der Fall. "Da haben wir Lehrgeld bezahlt. Aber München ist raus aus den Köpfen. Das ist ein ganz anderes Spiel", behauptet Schmelzer und sieht einen großen Vorteil für sein Team: "Unsere Abwehrspieler verfügen über die größere internationale Erfahrung. Das müssen wir mit reinwerfen in unser Spiel, dann sehe ich gute Chancen."

Zudem ist Gegner Monaco ebenfalls mit personellen Sorgen am Montag nach Dortmund gereist. Der französische Jung-Nationalspieler Tiemoue Bakayoko fehlt gelbgesperrt. Rechtsverteidiger Djibril Sidibe wurde am Sonntag mit einer akuten Blinddarmentzündung ins Krankenhaus eingeliefert.

Juve hofft gegen Barcelona auf Revanche

Italiens souveräner Tabellenführer Juventus Turin mit viel Selbstvertrauen in die zweite Viertelfinal-Paarung – und mit Revanchegedanken. Beim bislang letzten Duell vor zwei Jahren schnappte Barca den Italienern im Finale von Berlin die Trophäe vor der Nase weg.

"Wir sind in Topform, deswegen respektieren sie uns. Doch auch wir respektieren sie", sagte Juves Torjäger Gonzalo Higuain, der beim 2:0 in der Generalprobe gegen Chievo Verona seine Saisontreffer Nummer 20 und 21 erzielte. Nationalspieler Khedira meinte: "Es ist gut, mit einem Heimsieg in die große Herausforderung am Dienstag zu gehen."

Barcelona hat sein "Warm up" dagegen gründlich verpatzt. Die Katalanen verloren beim FC Málaga nicht nur mit 0:2, Stürmerstar Neymar flog auch mit Gelb-Rot vom Platz und muss wegen eines höhnischen Applaus in Richtung des Vierten Offiziellen eine Sperre für den Clásico gegen Real Madrid am 23. April fürchten. In Turin wird Neymar auflaufen.

Allegri: "Werden ihnen das Leben schwer machen"

Juve-Coach Massimiliano Allegri glaubt trotz der Liga-Niederlage Barcelonas nicht, dass Barca ein so desolates Spiel wie in Paris ein zweites Mal passieren wird. "Wenn man Spieler wie Messi, Iniesta, Suárez und Neymar hat, dann vergeigt man Spiele nicht sehr oft", sagte Allegri. Er betonte aber auch: "Wir werden ihnen das Leben schwer machen."

Das will auch Dani Alves. Der langjährige Rechtsverteidiger der Katalanen spielt seit dieser Saison für Juve, seinen Abschied aus Barcelona hat der kleine Brasilianer noch immer nicht ganz überwunden. In einem Interview mit der spanischen Zeitung ABC bezeichnete Alves die Barca-Verantwortlichen kürzlich als "falsch und undankbar". (sid, red, 10.4.2017)

  • Pierre-Emerick Aubameyang: Dortmunds Torgarantie hält im laufenden CL-Bewerb bei sieben Treffern in ebenso vielen Spielen.
    ap/guido kirchner

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