Stoffwechsel: Was den Urin verfärben kann

    11. April 2017, 09:50
    17 Postings

    Von hellgelb bis braun: Urin kann seine Farbe verändern – die unabhängige Arzneimittelplattform "Gute Pillen – Schlechte Pillen" listet Einflussfaktoren auf

    Wenn der Urin plötzlich rot oder braun aussieht, kann das den einen oder anderen schon ziemlich erschrecken. Doch nicht immer ist dieser Farbwechsel ein schlechtes Zeichen, sondern eben manchmal auch harmlos. Die unabhängige Arzneimittelplattform "Gute Pillen – Schlechte Pillen" hat aufgelistet, welche Arzneimittel oder Nahrungsmittel die schlichte Erklärung für den Farbwechsel des Harns sein können, und wann man besser zum Arzt geht.

    Haben Arzneiwirkstoffe eine kräftige Eigenfarbe, können sie den Urin ungewöhnlich verfärben. Dazu gehört zum Beispiel das gelbe Tolcapon im Parkinson-Mittel Tasmar oder das bernsteinfarbene Immunsuppressivum Azathioprin etwa in Imurek. Manchmal erobern die farbigen Wirkstoffe auch andere Körperflüssigkeiten: So färbt das Tuberkulosemittel mit dem bräunlich-roten Rifampicin als Wirkstoff auch Tränen, Speichel, Schweiß und Stuhl.

    Orange wie die Karotte

    Je nach individuellem Stoffwechsel kann zum Beispiel auch ein Überschuss an Vitamin B2 den Gelbton des Urins vertiefen oder das Narkosemittel Propofol mit changierenden Blau- bis Grüntönen verblüffen.

    Selbst manche alltäglichen Nahrungsmittel führen hier und da zu verfärbtem Urin: Rote Beete und Brombeeren erzeugen einen pinkfarbenen, Karotten oder Spargel einen orangefarbenen bzw. blaugrünen Farbton. Sogar Farbstoffe, die Lebensmitteln zugesetzt werden, können durchschlagen, etwa Brillantblau FCF, das manchmal in Süßwaren, Gebäck und Getränken steckt.

    Anzeichen für Erkrankung

    "Wie häufig solche unangenehmen Überraschungen vorkommen, und wie viele Medikamente und Nahrungsmittel zu buntem Urin führen, ist nicht systematisch untersucht. Die Beipackzettel und Informationen für Fachkreise machen zudem nicht immer zuverlässig auf diese Problematik aufmerksam", sagt der Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser.

    Fehlt ein nachvollziehbarer Grund für die farbliche Veränderung des Urins, empfiehlt es sich, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Denn manchmal ist die Verfärbung ein Krankheitszeichen: Rötlich verfärbter Urin kann zum Beispiel bei einer Erkrankung der Harnwege oder des Geschlechtstraktes durch Blutbeimengung entstehen. (red, 10.4.2017)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Wenn die Urinprobe mit einer unerwarteten Farbe überrascht, kann das auch ganz harmlose Gründe haben: Medikamente und Nahrungsmittel können den Urin verfärben.

    Share if you care.