Die soziale Teilhabe Älterer besser fördern

13. April 2017, 09:00
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Beinahe zwei Jahre diente der Bezirk Oberwart im südlichen Burgenland als Modellregion für das Projekt "Gemeinsam gesund alt werden". Eine Bilanz

"Vieles ist zum Selbstläufer geworden", sagt Erwin Gollner, Departmentleiter für Gesundheit an der FH Burgenland und Leiter des Projekts, erfreut. Knappe zwei Jahre lief im Bezirk Oberwart das Projekt "Gemeinsam gesund alt werden". Ziel war es, Personen über 60 Jahren, die noch mobil sind, mehr soziale Teilhabe zu ermöglichen. Insgesamt wurden mehr als 115 Veranstaltungen organisiert. Und einige davon gehen auch jetzt, wo das Forschungsprojekt fürs Erste abgeschlossen ist, weiter. So finden gemeinsame Wanderungen statt oder auch Erzählnachmittage.

Insgesamt waren acht Gemeinden 21 Monate lang in dieses Forschungsprojekt, an dem auch Volkshilfe Burgenland und Hilfswerk Burgenland mitgearbeitet haben, involviert. Der Fonds Gesundes Österreich förderte das Projekt in den Gemeinden Bad Tatzmannsdorf, Bernstein, Oberschützen, Rechnitz, Wolfau, Litzelsdorf, Oberwart und Pinkafeld, die Forschung Burgenland der Fachhochschule Burgenland hat das Projekt geleitet. "Interessant war für uns auch die Erkenntnis, dass es viel Zeit beansprucht, ältere Personen anzusprechen und zum Mitmachen zu motivieren", sagt Gollner.

Zwischen 20 und 60 Jahren

Schon vorher habe sich die Forschung Burgenland mit der Thematik Herz-Kreislauf beschäftigt. Die Altersgruppe war aber zwischen 20 und 60 Jahren. Dabei haben sich schon damals fünf der auch bei diesem Projekt teilnehmenden Gemeinden engagiert, sagt Gollner. Naheliegend war die Bewerbung für die Ausschreibung des Fonds Gesundes Österreich für das Projekt zur Altersforschung.

Der Bezirk Oberwart gilt im Vergleich zu anderen Regionen Österreichs als sozial, gesundheitlich und wirtschaftlich benachteiligt. Demografische Veränderungen und ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Personen an der Gesamtbevölkerung machten die Region für die Forschung Burgenland zum idealen Ort für dieses Forschungsprojekt, sagt Gollner.

"Ein großer Erfolg des Projekts bestand in der Vernetzung von Organisationen und Gemeinden", ist Klaus Eichberger, Pflegedirektor des Hilfswerks Burgenland, überzeugt. Besonders erfreulich sei, dass auch in kleinen Gemeinden so viel Engagement und Motivation zu erkennen war. So habe sich etwa in der kleinen Gemeinde Litzelsdorf durch das Projekt eine Yogagruppe für Senioren gefunden, berichtet er.

Handy- und Computerkurse

Im Rahmen der Initiative fand einmal im Monat ein Treffen in jeder teilnehmenden Gemeinde statt. Die Maßnahmen reichten dabei von gemeinsamen Aktivitäten wie Sing- und Erzählrunden bis hin zu generationsübergreifenden Tätigkeiten wie Basteln mit Kindern oder Handy- und Computerkurse.

Außerdem wurde auf Wunsch der Senioren für jede Gemeinde eine Broschüre mit wissenswerten Infos für die Zielgruppe erstellt.

Viel Zeit wurde auch in die Vorbereitung der Veranstaltungen investiert, sagt Gollner. Denn gerade in kleinen Gemeinden sei es häufig schwierig, einen geeigneten Raum zu finden. Vonseiten der Gemeinden wurde aber auch weiterhin Unterstützung für die Aktivitäten Älterer versprochen, die Forschung Burgenland möchte in ein bis zwei Jahren in den Gemeinden noch einmal schauen, was von den angestoßenen Aktivitäten übrig geblieben ist. (Gudrun Ostermann, 13.4.2017)

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    foto: istock
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