"Sieg Heil"-Rufe und "Deutscher Gruß" am Salzburger Untersberg

10. April 2017, 09:04
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Polizei ermittelt gegen zwölf Wanderer aus Deutschland wegen Wiederbetätigung

Grödig – Die Polizei hat eine Gruppe Wanderer aus Deutschland angezeigt, die am Samstagnachmittag am Salzburger Untersberg für ein Foto den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben haben soll. Dabei riefen der Fotograf und die acht Urlauber im Bereich der Skiabfahrt zugleich "Sieg Heil". Eine Tourengeherin aus Salzburg und ihr Freund beobachten den Vorfall aus unmittelbarer Nähe und alarmierten die Polizei.

Die Beamten waren bereits am Samstagvormittag von der Angestellten einer Frühstückspension in Grödig (Flachgau) auf die Reisegruppe aufmerksam gemacht worden. Die Frau hatte beim Geschirrabräumen von einem Gästetisch drei Bierdeckel mit aufgeklebten Hakenkreuzen auf einem Gästetisch vorgefunden. Die Urlauber – insgesamt acht Männer und vier Frauen – waren am Vortag angereist.

Befragte bestritten Tat

Die Polizei konnte einen 53-jährigen Deutschen als Fotograf ausforschen. Der Mann und seine 65-jährige Bekannte wurden in der Pension angetroffen und zum vorgehaltenen Sachverhalt einvernommen. Beide bestritten dabei vehement die Anschuldigungen. Auch alle anderen befragten Personen bestritten die Tat. Sie sagten gegenüber der Polizei, dass sie lediglich "Berg Heil" gerufen hätten.

Laut einem Bericht in den "Salzburger Nachrichten" fand die Polizei auf Kleidungsstücken und auf einem Auto das Symbol der "Schwarzen Sonne" vor, das in rechtsextremen Kreisen als nicht verbotenes Erkennungs- und Ersatzzeichen dient. Die gesamte Gruppe reiste am Sonntag wieder nach Deutschland ab. Die Polizei zeigte die zwölf Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren bei der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Wiederbetätigung an. Weiter Ermittlungen laufen. (APA, 10.4.2017)

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