Unter Tschetschenen im Franken-"Tatort" "Am Ende geht man nackt": Top oder Flop?

Ansichtssache9. April 2017, 17:31
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"Lauwarm" findet ihn DER STANDARD – aber "nicht verschenkt". "Gut gemeint, aber schlecht gemacht", findet der "Spiegel". Der "Süddeutschen Zeitung" ist hier manches zu "dick aufgetragen": Wie sehen Sie den neuen "Tatort" ""Am Ende geht man nackt"

foto: orf/br/bernd schuller

Bisschen konstruiert

"Von der Würstchen-Undercover-Story bis zum irgendwie ein bisschen rechtsradikalen Brandanschlag – die ganze Geschichte wirkt konstruiert", findet Christian Buß auf Spiegel Online.

Seine Bewertung: 3 von 10 Punkten. Denn: "Dieser Flüchtlings-'Tatort' ist erst der dritte des vor zwei Jahren so vielversprechend gestarteten Franken-Reviers, aber schon machen sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Dabei hat der Bayerische Rundfunk mit Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel zwei wirklich risikowillige Schauspieler am Start. Um sie zu halten, müsste der BR ihnen Ein-Jahres-'Tatorte' bauen wie es der HR für Ulrich Tukur tut." Buß wünscht sich: "Mehr Mut!"

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foto: orf/br/bernd schuller

Thema Flüchtlinge zu groß

"Das Thema Flucht ist am Ende zu groß, auch für diesen so betont anspruchsvollen Tatort, fand Holger Gertz von der "Süddeutschen Zeitung": Kommissar Voss "empfindet bald so intensiv mit den Geflüchteten, dass er den Gruß "Ziegenficker" auf sich bezieht und anfängt, sich zu prügeln. Das ist dick aufgetragen, auch die Kotztütenhaftigkeit eines Baulöwen ist überzeichnet, es gibt einen – verglichen mit dem ruhigen Fluss der Handlung – überdramatischen Showdown. Und die Ausländer sprechen praktisch alle dieses ulkig gebrochene Filmdeutsch, Fremdheit ist nur behauptete Fremdheit, denn eigentlich kann sich jeder mit jedem bestens unterhalten. Und man kann sich das gut ansehen – was bei einem Stoff wie diesem nur bedingt ein Lob ist."

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foto: orf/br/bernd schuller

Nicht verschenkt

"Dort wie da wie draußen stoßen die beiden Kommissare auf so ziemlich alle Typen, die das Thema hergibt: Immobilienhaie, die sich bereichern wollen, prügelnde Rechtsradikale, traumatisierte Flüchtlinge, Asylwerber mit großem Organisationstalent in puncto Kleinkriminalität, genervte Polizisten", wärmt Birgit Baumann im STANDARD auf für ihren Befund zum "lauwarmen" "Tatort": "Weil sie alle ihre Sichtweisen erklären sollen und wollen, reduziert sich vieles aufs Klischee. Dennoch ist dieser Tatort nicht verschenkt, was zum Großteil auch dem Team Ringelhahn & Voss zu verdanken ist, das dem Tatort aus Franken einen ganz eigenen Sound gibt. Nur den Schluss, den hätte man sich wirklich sparen können." (red, 9.4.2017)

Wie sehen Sie "Am Ende gehen alle nackt"? Hier ist viel Raum für Ihre Meinung:

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