Belgrader "Protest gegen die Diktatur" am Samstag ausgeweitet

    8. April 2017, 13:41
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    Polizei- und Militärgewerkschaft schlossen sich an

    Belgrad – Die seit Montag in Belgrad und anderen Städten anhaltende Protestwelle ist am heutigen Samstag durch eine weitere Demonstration der Polizei- und Militärgewerkschaft ausgeweitet worden. Einige tausend Demonstranten fanden sich um Mittag vor dem Regierungsgebäude ein, um gemeinsam gegen niedrige Solde und die "Diktatur" zu demonstrieren.

    Für die Polizei- und Militärgewerkschaft, die eine Solderhöhung fordert und gegen die "Privatisierung" der Polizei und der Streitkräfte demonstriert, ist es bereits die fünfte Demonstration seit Herbst 2016. Sie wirft den Behörden auch vor, in "unhaltbaren Nepotismus und wachsende Korruption" zu verfallen.

    Der seit Montag alltäglich stattfindende "Protest gegen die Diktatur" ist am Samstag in seinen sechsten Tag gegangen. Für später am Nachmittag wurden Protestkundgebungen auch in zahlreichen anderen Städten angekündigt.

    Die gemeinsame Kundgebung war nicht nur durch den Protest gegen den Wahlsieg von Premier Aleksandar Vucic bei der Präsidentenwahl am Sonntag, sondern auch durch klare Sozialforderungen gekennzeichnet.

    "Man hat mich der Wohnung beraubt, die Pension gesenkt, was ist das Nächste", war auf Spruchtafeln zu lesen, auch "Das Fremde wollen wir nicht, das Eigene geben wir nicht ", es hieß auch "No pasaran". Entsprechend war auch die Musikbegleitung. Zu hören war unter anderem das beliebte Lied der Hip-Hop-Gruppe "Beogradski sindikat", "Du wirst vom System belogen". Immer wieder riefen Protestteilnehmer auch "Diebe, Diebe".

    Vucic hatte die Präsidentenwahlen mit 55 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Der zweitplatzierte Präsidentschaftskandidat Sasa Jankovic blieb mit gut 16 Prozent weit zurück. (APA, 8.4.2017)

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