Kaiserwiese bleibt Standort der "Wiener Wiesn"

    8. April 2017, 18:00
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    Die neue grüne Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt hatte überlegt, das Fest nicht stattfinden zu lassen. Nun findet es doch wieder vor dem Riesenrad statt

    Wien/Linz – Das siebente Wiener Wiesn-Fest wird von 21. September bis 8. Oktober auf der Kaiserwiese im Prater stattfinden. Und soll auch künftig dort beheimatet sein, wie die Organisatoren im APA-Gespräch berichteten. Diese Lösung sei nach Gesprächen mit den Bezirk erzielt worden – der zuletzt Bedenken angemeldet hatte. Tischreservierungen und Konzertkarten für die Ausgabe 2017 sind ab Montag erhältlich.

    Drei Zelte, fünf "Almen" und eine Heupyramide werden im Herbst wieder auf der Kaiserwiese neben dem Riesenrad aufgebaut. Sie sollen Besuchern im urbanen Raum für zweieinhalb Wochen fröhliches Landleben bieten. Entgegen dem Ruf des Münchner Originals soll die Wiener Wiesn dabei "kein Trinkfest sein", sondern "Lebensfreude, Kultur, Tradition und Musik" vermitteln. Die Veranstalter Claudia Wiesner und Christian Feldhofer zeigten sich überzeugt: "In dieser globalisierten Welt braucht jeder Mensch eine Verwurzelung."

    "Modernes Volksfest"

    Man wolle deswegen ein modernes Volksfest mit viel Bezug zu Tradition erschaffen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Gästen entstehe oft schon am Weg zum Fest, durch das Tragen entsprechender Kleidung in der U-Bahn.

    Bei den rund 150 Einzelkonzerten dominieren österreichische Musiker aus den Bereichen der Volks- bzw. volkstümlichen Musik. Erstmals wird es heuer einen Schlagernachmittag geben, bei dem unter anderem Andy Borg, Claudia Jung und das deutsche Duo Fantasy auftreten werden. Ein weiterer Höhepunkt soll der Auftritt der Disco-Formation Boney M. werden.

    "Konstruktive" Gespräche mit Grünen

    Die neue grüne Bezirkschefin Uschi Lichtenegger hatte zuletzt laut darüber nachgedacht, die große Kaiserwiese nicht mehr dem Großevent zur Verfügung zu stellen. Man habe nun mit ihr "konstruktive lösungsorientierte Gespräche geführt" und im Allgemeinen ein "extrem gutes Auskommen" mit Bezirk und Stadt, betonten die Veranstalter. Man werde auch in Zukunft neben dem Riesenrad zur Wiesn laden dürfen.

    Verwiesen wird auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Festivität: Im vergangenen Jahr habe die Wiener Wiesn ca. 350.000 Besucher angelockt und eine Wertschöpfung von etwa 20 Millionen Euro verursacht, die Hälfte davon am Fest selbst, wie betont wird.

    Natürlich sei "ein Fest dieser Größenordnung immer ein gewisses Sicherheitsrisiko", räumen die Veranstalter ein. Man versuche deswegen, sich bestmöglich abzusichern und suche aktiv die Zusammenarbeit mit der Polizei. Im Zuge des Festes werden Securities auch rund um das Gelände postiert. Für Frauen gibt es einen Begleitservice zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. (APA, 8.4.2017)

    • Entgegen dem Ruf des Münchner Originals soll die Wiener Wiesn "kein Trinkfest sein", sondern "Lebensfreude, Kultur, Tradition und Musik" vermitteln, sagen die Veranstalter.
      foto: apa/kyra hertel

      Entgegen dem Ruf des Münchner Originals soll die Wiener Wiesn "kein Trinkfest sein", sondern "Lebensfreude, Kultur, Tradition und Musik" vermitteln, sagen die Veranstalter.

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