Disput um Streamingrechte: Weltverband der Kletterer in der Kritik

8. April 2017, 00:03
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Sportler auf den Barrikaden: "Auf Kosten des Sports"

Innsbruck – Pünktlich zum Auftakt des Weltcups der Kletterer am Freitag in Meiringen, Schweiz, brach der Weltverband (IFSC) quasi einen der Griffe aus, an dem sich der Sport zuletzt kontinuierlich hochgehangelt hatte. Die IFSC vergab die Streamingrechte an ihren Events bis einschließlich 2019 an die US-Plattform FloSports, die den Usern künftig 20 Dollar pro Monat oder 150 Dollar jährlich abverlangen will.

Der 2011 von der IFSC eingerichtete und seit 2012 über Youtube laufende Dienst war bisher kostenlos und war nicht nur Michael Schöpfs Dafürhalten nach ein wesentlicher Faktor für die Popularisierung des Sports. Nicht allein Schöpf, der Organisator der WM 2018 in Innsbruck, befürchtet einen massiven Schaden für den Sport, der erst jüngst ins Olympiaprogramm für Tokio 2020 Aufnahme fand. Dank des kostenlosen Streamingdienstes, der im vergangenen Jahr beim Boulder-Weltcup in Innsbruck 180.000 Zugriffe hatte, sei das Interesse von Sponsoren derart gestiegen, dass Spitzenathleten zu Vollprofis werden konnten. "Hier wird ihr tägliches Brot beschnitten", sagt Schöpf, der zudem erbost darüber ist, dass während der Generalversammlung des Weltverbandes Anfang März in Quebec noch keine Rede vom Verkauf der Rechte gewesen sei.

Die WM 2018 sei weniger betroffen, da bereits 131 TV-Stationen Rechte erworben hätten. Insgesamt leide der Sport aber noch unter mangelnder TV-Präsenz. "Darum sollte sich der Weltverband kümmern. So macht er aber nur Geld auf Kosten des Sports", sagt Schöpf. Ein diesbezüglicher Aufschrei in der Kletter-Community zeitigte bereits Konsequenzen. Zumindest der Livestream für den Weltcup in Meiringen wird kostenlos angeboten. (lü, 8.4.2017)

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