Glawischnig will mit Jungen Grünen nicht mehr zusammenarbeiten

7. April 2017, 19:50
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Die Grünen-Obfrau will im Amt bleiben: "Ich denke nicht an Rücktritt – und setze all meine Kraft dafür ein, die Grünen geschlossen in die Nationalratswahl zu führen"

Wien – Der Konflikt zwischen Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig und der Führung der Jungen Grünen dürfte nicht mehr zu kitten sein. In mehreren Interviews macht die Chefin der Bundespartei klar, dass mit Flora Petrik und ihren Vorstandskollegen keine Zusammenarbeit mehr denkbar sei. Die Länder könnten nun auf ihrer Ebene entscheiden, wie sie mit den örtlichen Jungen Grünen weiter machen.

Einer kritischen Diskussion will sich Glawischnig stellen, und zwar bei einem erweiterten Bundesvorstand am 21. April, wie sie gegenüber "Tiroler Tageszeitung" und "Österreich" betont. "Manchmal sind reinigende Gewitter hilfreich", meint sie in der "Tiroler Tageszeitung". Auch Glawischnigs Meinung nach hat die Partei zuletzt "unbestreitbar ein schlechtes Bild abgegeben".

Als Parteichefin will Glawischnig weitermachen: "Ich denke nicht an Rücktritt – und setze all meine Kraft dafür ein, die Grünen geschlossen in die Nationalratswahl zu führen."

Bundeskongress wird vorverlegt

Zudem soll der nächste Bundeskongress vorverlegt werden, nicht aber wegen der internen Streitigkeiten sondern aufgrund der drohenden Neuwahlen, betont die Bundessprecherin im Interview mit "Österreich". Glawischnig selbst wird sich dabei jedenfalls wieder um die Spitzenkandidatur bewerben.

Was den Streit mit den Jungen Grünen angeht, bilanziert die Parteichefin in "Österreich": "Mit Flora Petrik und ihren sechs Vorstandsmitgliedern ist keine Vertrauensbasis mehr vorstellbar. Auch von meiner persönlichen Seite nicht. Es ist jetzt Sache der Landesorganisationen zu schauen, wie man mit den Jungen weiter zusammenarbeiten kann."

Persönliche Auseinandersetzung im ORF

Am Sonntag wird es in der Diskussionssendung "Im Zentrum" zu einem persönlichen Aufeinandertreffen Glawischnigs und Petriks kommen. Das wiederum gefällt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl nicht. Er fand es in einer Aussendung bemerkenswert, dass den "Zwangsgebührenzahlern" ein Einblick in die Beziehungskrise der Grünen geboten werde. "Besonders pikant" findet es Kickl, dass die Diskussion von Claudia Reiterer geleitet wird, deren Lebensgefährte Lothar Lockl zuletzt medial als möglicher Glawisching-Nachfolger genannt wurde. (APA, 8.4.2017)

  • Glawischnig: "Ich denke nicht an Rücktritt."
    foto: standard/urban

    Glawischnig: "Ich denke nicht an Rücktritt."

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