"Günstiger" Speicher: Verbraucherschützer warnen vor Fake-USB-Sticks

7. April 2017, 16:14
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Billige Geräte aus Fernost liefern häufig nicht die beworbene Kapazität

Wer sich auf Ebay oder Handelsplattformen wie Aliexpress umsieht, kann dort auf gar erstaunliche Angebote für Speichermedien stoßen. Insbesondere billige USB-Sticks werden hier massenhaft feilgeboten. Die Preise für die Kapazität liegen dabei weit unter den hierzulande erhältlichen Geräten.

Die Sache hat jedoch einen Haken: Die Sticks, die für Preise ab rund 20 Euro satte zwei Terabyte an Platz liefern sollen, besitzen lediglich einen Bruchteil davon, berichtet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wenige GB statt zwei Terabyte

"Auf dem Stick ist nicht annähernd so viel Speicherplatz wie angegeben", zitiert man dort verärgerte Käufer. Darunter sind auch geprellte Händler, die ein gutes Geschäft gewittert haben. Dass die Sticks gar nicht die beworbene Kapazität besitzen, ist dabei mit einer einfachen Prüfung häufig gar nicht festzustellen.

Steckt man sie in den USB-Port eines PCs, so zeigt das Betriebssystem auch den angegebenen Wert an freiem Speicher an. Geschuldet ist dies jedoch der Firmware des Wechseldatenträgers, die selbiges lediglich vorgaukelt.

Prüfung mit Gratis-Tools

Das hat problematische Folgen. Denn ist die tatsächliche Kapazität – oft nur einige Gigabyte – erreicht, droht bei weiteren Speichervorgängen Datenverlust. Allerdings gibt es Software, mit der sich der tatsächlich verfügbare Platz überprüfen lässt, erklärt Heise. Die kostenlosen Programme FakeFlashTest (ZIP, Windows) und F3 (Linux, macOS) können etwa zuverlässig feststellen, welche Kapazität wirklich vorhanden ist.

Dieser Vorgang kann allerdings viele Stunden dauern. Das liegt auch daran, dass die scheinbaren Schnäppchen oft gar nicht, wie beworben, mit einem USB 3-Steuerchip ausgestattet sind, sondern lediglich mit USB 2.0, was eine deutlich langsamere Datenübertragung bedeutet.

Schnäppchen möglich, aber...

Grundsätzlich ist es durchaus möglich, mit einem Einkauf in China auch bei Datenträgern Geld im Vergleich mit einem Einkauf im Inland zu sparen. Jedoch empfiehlt sich vorher ein genauer Blick auf Bewertungen der Händler und den Preis der Speichergeräte. Weicht dieser sehr stark vom "westlichen" Preisniveau für vergleichbare Produkte ab, besteht erhöhte Fälschungsgefahr.

Nach diesem Kriterium ist ein Stick mit zwei Terabyte an Speicherplatz für 20 Euro übrigens ein klarer Fall. Denn aktuell zahlt man für die wenigen tatsächlich existierenden Markengeräte noch vierstellige Euro-Beträge. (gpi, 07.04.2017)

Links

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Heise

FakeFlashTest (ZIP, Windows, falscher Virenalarm möglich)

F3 (Linux, macOS)

  • Dieser USB-Stick bringt übrigens die versprochenen 32 GB Speicher mit.
    foto: derstandard.at/pichler

    Dieser USB-Stick bringt übrigens die versprochenen 32 GB Speicher mit.

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