Kindergesundheit: Je früher die Hilfe, umso langfristiger die Wirkung

7. April 2017, 14:35
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Frühe Hilfen heißt ein Konzept, die Familien in Krisen unterstützt – die Diakonie hat ein neues Zentrum eröffnet

Kinder sind, epidemiologisch betrachtet, eine extrem verletzliche Bevölkerungsgruppe und komplett von ihren Eltern abhängig. Das große Problem ist, wenn Mutter und Vater in schwierige Lebenssituationen rutschen und sich das auf das Leben Kleinen auswirkt. Die Folgen können im ungünstigsten Fall ein ganzes Leben ungünstig prägen.

Eine Form diesen Entwicklungen gegenzusteuern sind Hilfsangebote für Eltern in Krisensituationen. Frühe Hilfen ist der Fachbegriff. Die österreichische Diakonie als eine soziale Institution ist oft sehr nah dran an Lebenskrisen und richtet diese Form der Unterstützung anlässlich des Weltgesundheitstages ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

"Ziel dabei ist es, Eltern so früh wie möglich umfassend bei der Aufgabe zu unterstützen, ihre Kinder gut und verlässlich zu versorgen, und eine sichere wie liebevolle Bindung zu ihnen aufzubauen", so Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk. "Eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind legt den Grundstein für ein gutes Aufwachsen", so Schenk, selbst Psychologe. "Der Mensch wird am Du zum Ich. Wir brauchen – gerade am Anfang – den anderen, um zu uns selbst zu kommen." Die Betreuung rund um die Geburt und die ersten Jahre müssen weiter ausgebaut werden, besonders für Familien mit weniger Einkommen ist eine gute Begleitung oft nicht leistbar.

Investition in die Zukunft

Investitionen in dieser frühen Phase des Kindes zahlen sich aus. Für das Kind, für die Mutter und den Vater. Und auch insgesamt für die Gesellschaft. Investitionen im frühkindlichen Bereich haben den höchsten Pay-off, das höchste return on investment. Nie wieder wird man Zukunftsgeld so sinnvoll einsetzen können wie zu diesem Zeitpunkt. Ein investierter Dollar entspricht einer Rendite von 8 Dollar, bei benachteiligten Kindern beträgt sie sogar 16 Dollar, also eine Hebelwirkung, ein Multiplikatoreffekt von 1 zu 16, hat Nobelpreisträger James Heckmann errechnet.

Schenk weist darauf hin, dass es um "das Wachhalten des Interesses an der Welt" geht. Der Unterschied bei den Kindern war "die Neugier, die Weltzugewandtheit, die Offenheit für Neues". Frühe Hilfen "fördern die Sicherheit, die Welt nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung erfahren zu können". Damit das Konzept der frühen Hilfen wirkt, sind die Eltern einzubeziehen und die Fördermaßnahmen durch hochqualifiziertes Personal durchzuführen.

Leben mit Kind

Die Geburt eines Kindes ist für frischgebackenen Eltern nicht nur ein berührendes Erlebnis, sondern kann in manchen Fällen zur Belastung werden. Um mögliche psychische Erkrankungen der Kinder frühzeitig abzufedern, zu vermindern und die Mutter-Kind-Bindung zu stärken, bietet das Diakonie Zentrum Spattstraße im Auftrag der OÖGKK und des Landes OÖ Unterstützungsleistungen im Rahmen von Frühe-Hilfen-Netzwerken an. (red, 7.4.2017)

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