Ubuntu: Offenbar große Kündigungswelle nach Smartphone-Aus

7. April 2017, 13:09
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Mehr als die Hälfte der Entwickler aus der Unity-Abteilung laut aktuellem Bericht entlassen

Mit einer unerwarteten Ankündigung sorgte Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth am Mittwoch für einige Aufregung. Nicht nur dass Softwarehersteller Canonical die Smartphone-Variante Ubuntu streicht, werden auch die Eigenentwicklungen Unity und Mir eingestellt. Die Desktop-Version von Ubuntu soll entsprechend schon bald wieder zum GNOME-Desktop zurückkehren.

Hintergrund

Ein aktueller Artikel von The Register liefert nun weitere Details über die Hintergründe der Entscheidung. Demnach wolle sich Canonical nach Jahren der Abhängigkeit von den privaten Ressourcen des Softwaremilliardärs Shuttleworth für externe Investoren fit zu machen. Dazu gehört es wenig profitable Bereiche abzustoßen, wie Shuttleworth gegenüber der Nachrichtenseite bestätigt.

Abgänge

Damit sind allerdings auch einige Entlassungen verbunden: Angeblich habe Canonical mehr als die Hälfte aller in der Unity-Abteilung arbeitenden Entwickler hinausgeworfen, offizielle bestätigen wollte man diese Zahl aber nicht. Der Rest sei jedenfalls in anderen Abteilungen des Unternehmens untergebracht worden. Um wie viele Entwickler es sich dabei konkret handelt, ist bisher unbekannt, insgesamt sollen bei Canonical bisher aber rund 700 Angestellte beschäftigt gewesen sein.

Shuttleworth betont dabei, dass man bewusst versucht habe, möglichst viele Angestellte zu behalten. Immerhin geht er davon aus, dass durch die strategische Neuausrichtung bald schon zusätzliche Entwickler in anderen Abteilungen benötigt würden. Insofern sei es besser, diese jetzt zu behalten als später mühsam neue Bewerber zu suchen.

Firmenleitung

Parallel dazu könnte es aber auch einen Wechsel an der Spitze von Canonical geben. So will man bei Phoronix in Erfahrung gebracht haben, dass Shuttleworth persönlich wieder die Rolle des CEO übernehmen wird, die er schon bis 2010 ausfüllte. Zuletzt hatte Jane Silber diese Aufgabe inne, während sich Shuttleworth offiziell auf Produkt-Design und Partnerschaften konzentrierte.

Ausblick

Dass sich Ubuntu fortan in größerem Umfang an der Desktop-Entwicklung beteiligen wird, sollte man allerdings nicht mehr erwarten. Sieht man die eigenen Zukunft doch vor allem in den Sparten Cloud und Internet der Dinge. (Andreas Proschofsky, 7.4.2017)

  • Vor seinem Engagement mit Ubuntu genehmigte sich Mark Shuttleworth auch einen Ausflug ins All.
    foto: mikhail grachyev / reuters

    Vor seinem Engagement mit Ubuntu genehmigte sich Mark Shuttleworth auch einen Ausflug ins All.

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