Mobilfunk-Diskonter: Bisher wird nur Hot den großen Anbietern gefährlich

17. Mai 2017, 10:42
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Andere Newcomer am Markt kommen derzeit nicht recht vom Fleck

Seit zwei Jahren haben Diskonter den Mobilfunkmarkt wieder in Schwung gebracht. Seit neue Anbieter vor rund zwei Jahren gestartet sind, sinken die Preise wieder, und Österreich gilt wieder als "Handyparadies". Entsprechend kritisch beäugen die Platzhirsche A1, T-Mobile und "3" die neue Konkurrenz. Allerdings gehen sie davon aus, dass es schon jetzt zu viele neue Player am Markt gibt. "In fünf Jahren wird es wohl nur mehr zwei Diskonter geben", sagte etwa ein Chef eines großen Mobilfunkers zum WebStandard, zu dessen Kunden auch neue Anbieter zählen.

Marktanteil von über fünf Prozent

Die Mobilfunk-Newcomer halten derzeit einen Marktanteil von über fünf Prozent. Die meisten Kunden konnte bisher Hot für sich gewinnen. Laut eigenen Angaben sind es knapp 700.000. Zum Vergleich: Der Marktführer A1 meldete Ende April knapp 5,4 Millionen Kunden. Hot ist offensichtlich zum richtigen Zeitpunkt gestartet, nachdem A1, T-Mobile und "3" zuvor Preise und Gebühren kräftig erhöht hatten.

Hot-Chef Michael Krammer geht davon aus, dass es mittelfristig sogar über eine Million Nutzer werden. Tatsächlich spielt Hot schon jetzt die tonangebende Rolle am Markt, während andere Diskonter nicht recht vom Fleck kommen.

Erfolgreich mit Hofer

Wesentlich für den Erfolg ist die Partnerschaft mit dem Lebensmittelhändler Hofer. Diese ist so wichtig wie niedrige Tarife. Hofer verkauft Hot-SIM-Karten über sein dichtes Filialnetz und rührt wöchentlich die Werbetrommel. Besonders der Verkauf von günstigen Smartphones bringt Kunden und Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren hat sich Hofer sogar zu einem der größten Apple-Händler des Landes gemausert, der regelmäßig ältere iPhones und iPads abverkauft.

Spusu

Neben Hot konnte auch der kleine Anbieter Spusu ("Sprich und Surf") am Mobilfunkmarkt Punkte sammeln. Das Unternehmen setzt auf niedrige Tarife für die Kundengewinnung. Der Vertrieb findet fast hauptsächlich über seine Homepage statt. Eine Kombination, die funktioniert, seit dem Start im Juni 2015 konnte man bereits an die 100.000 SIM-Karten in Umlauf bringen.

"Es läuft gut"

Andere Diskonter wie Saturn- und Mediamarkt-Mobile, halten sich mit ihren Kundenzahlen hingegen bedeckt. Mehr als ein "Es läuft gut" ist nicht in Erfahrung zu bringen. Der Kabelnetzprovider UPC, der Ende 2014 mit seinem Mobilfunkangebot gestartet ist, meldete letzte Woche 39.000 Handykunden. Er will primär seine Bestandskunden mit Mobilfunk versorgen. (Markus Sulzbacher, 17.5.2017)

  • Vorerst bleibt Handymarkt in Österreich umkämpft.
    foto: apa

    Vorerst bleibt Handymarkt in Österreich umkämpft.

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