Fußball: ORF überträgt 25 Spiele der Frauen-EM im Sommer live

7. April 2017, 10:43
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Zumindest zwei davon mit erstmals qualifizierten ÖFB-Frauen in ORF 1 – Beginn einer Offensive im Frauenfußball

Lindabrunn/Wien – Der ORF hat sich dem Frauenfußball verschrieben. Der öffentlich-rechtliche Sender überträgt nicht weniger als 25 Spiele der EM im Sommer in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August), für die sich Österreichs Frauen erstmals qualifiziert haben, live. Zumindest zwei Partien der ÖFB-Frauen werden in ORF 1 gezeigt, der Rest im Spartensender ORF Sport +, gaben ORF und ÖFB am Freitag bekannt.

100 Tage sind es noch bis EM-Start. Der ORF will seine Berichterstattung auch abseits des Turniers intensivieren. "Das hilft uns gewaltig. Das ist ein großer Schub für den Frauenfußball", meinte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Lindabrunn. Dort bereiten sich die ÖFB-Frauen seit Wochenbeginn auf den EM-Härtetest am Montag (20.15 Uhr/live ORF Sport +) in Milton Keynes gegen England vor.

ORF berichtet ausführlich

Der ORF würdigt die erstmalige EM-Teilnahme mit ausführlichen Übertragungen. "Was wir in den letzten Wochen und Monaten erlebt haben, ist wirklich grandios", meinte Programmdirektorin Kathrin Zechner. Die Bilder würden professionell wie gewohnt geliefert. Das Gruppenspiel am 22. Juli (20.45 Uhr) gegen Mitfavorit Frankreich etwa steigt im Samstag-Hauptabendprogramm live auf ORF eins.

Die EM-Offensive soll nur der Beginn sein. Der Frauenfußball in Österreich hat in den vergangenen fünf Jahren, seit der Eröffnung des Nationalen Zentrums in St. Pölten 2011, einen Aufschwung erlebt. Dennoch seien nur sieben Prozent aller beim ÖFB gemeldeter Spieler weiblich, erinnerte Ruttensteiner. "Da ist irrsinnig viel Luft nach oben." Nur 0,5 Prozent der weiblichen Gesamtbevölkerung sei im Fußball engagiert. "Das wollen wir steigern."

"Unglaublich stolz"

Die mediale Berichterstattung soll dabei helfen. "Wir sind unglaublich stolz, dass die Situation so ist, wie sie ist, dass die Aufmerksamkeit gestiegen ist", sagte Österreichs Frauen-Teamchef Dominik Thalhammer. "Wir wollen die Chance, die wir dadurch bekommen, nachhaltig nutzen." Druck habe das Team bei der EM aber keinen, betonte Ruttensteiner. Neben Frankreich sind die Schweiz (18. Juli) und Island (26. Juni) die Gruppengegner. "Wir sind Außenseiter, das erste Mal dabei."

Das gesteigerte Medieninteresse sei eine zusätzliche Motivation, beim Turnier noch mehr herauszuholen, erklärte Teamkapitänin Viktoria Schnaderbeck. "Das ist für uns ein Zeichen der Wertschätzung, da kann jede einzelne Spielerin Kraft schöpfen", meinte die 26-Jährige von Bayern München. Medienschulungen habe sie laut eigenen Angaben noch nie besucht. Bei allen neuen Nebengeräuschen soll immer noch der Fußball im Fokus stehen.

Schnaderbeck hat erst vor zwei Wochen ihr Comeback nach fünf Monaten Pause wegen einer Meniskusverletzung gegeben. "Ich bin sehr dankbar, dass ich fit bin, dass ich gerade dabei sein kann", sagte die Steirerin über das Teamcamp in Niederösterreich. "Das waren lange Monate, in denen ich nicht Fußball gespielt habe, da sieht man alles mit anderen Augen." Bei der EM will die Cousine von Sebastian Prödl 100 Prozent leistungsbereit sein – wie das gesamte ÖFB-Team. (APA, 7.4.2017)

  • Das österreichische Frauen-Nationalteam.
    foto: apa/expa/reinhard eisenbauer

    Das österreichische Frauen-Nationalteam.

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