Windows 10 Creators Update: Microsoft legt Datensammlung offen

    7. April 2017, 10:32
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    Update bringt genauere Erklärungen und feinere Kontrollen für die Nutzer

    Seit kurzem können Nutzer von Windows 10 das Creators Update manuell installieren. Am 11. April wird Microsoft schließlich auch mit der Auslieferung der Aktualisierung über Windows Update beginnen.

    Mit Paint 3D, neuen Features für den Browser Edge und Sprachassistentin Cortana, dem Game Mode und kleineren Ergänzungen wie der "Nachtlicht"-Funktion bringt das Paket eine Reihe an Ergänzungen mit. Microsoft adressiert allerdings auch einen Kritikpunkt, der Windows 10 schon seit seinem Start begleitet: Datenschutz.

    Oft wurde den Redmondern Datensammelwut vorgeworfen und nicht selten haben Datenschützer sich über fehlende Erklärungen und Optionen beklagt. Dem begegnet der Hersteller nun mit Änderungen an den Einstellungen und umfassenderen Beschreibungen, fasst ZDNet zusammen.

    Einstellungen überarbeitet

    Während der Installation kann man in fünf Kategorien Einstellungen treffen. Dies betrifft zum einen Positionsdaten, personalisierte Werbung und Spracherkennung. Deren Erfassung bzw. Nutzung kann ein- oder ausgeschalten werden.

    Anders sieht es bei den Diagnosedaten aus: Hier wird die Wahl zwischen "einfacher" und "vollständiger" Erfassung geboten. In ersterem Fall geht es etwa um "grundsätzliche Geräteinformationen", "App-Kompatibilität" oder Dinge, die den Windows Store betreffen. Mit diesen Informationen kann Microsoft etwa feststellen, ob bestimmte Programme oder System-Apps auf manchen Hardwarekonfigurationen besonders häufig abstürzen, was den Entwicklern beim Erstellen von Patches hilft.

    Diagnosedaten-Übermittlung nicht vollständig abschaltbar

    Bei der Einstellung "Vollständig" gesellen sich sich zusätzliche Appdaten – etwa Verwendungshäufigkeit oder anonymisierte Suchanfragen sowie Kauf- und Lizenzinformationen – sowie Informationen zur Verwendung von Stift-, Sprach- und Tastatureingaben hinzu. Dann wird etwa übertragen, welchen Eingabestift man verwendet, welche Gesten ausgeführt wurden oder wie gut die Erkennung von Sprachbefehlen war. Eine vollständige Aufschlüsselung liefert Microsoft in zwei Technet-Einträgen (Einfach, Vollständig).

    Komplett abschalten lässt sich die Sammlung von Diagnosedaten nicht. Allerdings kann man in einem weiteren Punkt wählen, ob Microsoft die Daten verarbeiten darf, um individuelle "Tipps und Empfehlungen" zu liefern, die der Anpassung von eigenen Produkten und Services an "individuelle Bedürfnisse" dienen.

    Datenschutzbeauftragte tritt Dienst an

    Weitere Einstellungen können nach der Installation im System selber vorgenommen werden. Zudem lässt sich mit dem eigenen Microsoft-Account auch online im Privacy Dashboard einsehen, welche Daten erfasst und in der Cloud gespeichert wurden. Diese lassen sich auch nachträglich löschen.

    Mit der Verfügbarkeit des Creators Update tritt außerdem auch Marisa Rogers ihre Stelle als Datenschutzbeauftragte bei Microsoft an. Sie ist unter anderem verantwortlich für die Einhaltung europäischer Datenschutzregelungen in Windows 10 und soll auch über Neuerungen und Änderungen in diesem Bereich öffentlich berichten. (gpi, 07.04.2017)

    • Genauere Einstellungen lassen sich direkt im System vornehmen.
      foto: derstandard.at/pichler

      Genauere Einstellungen lassen sich direkt im System vornehmen.

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