Italien muss sechs Demonstranten wegen Folter entschädigen

7. April 2017, 10:33
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Nach Misshandlungen bei G-8-Gipfel in Genua 2001

Rom/Straßburg – Der italienische Staat muss sechs Globalisierungskritikern, die bei schweren Krawallen am Rande des G-8-Gipfels im Juli 2001 gefoltert worden waren, eine Entschädigung von jeweils 45.000 Euro zahlen. Darauf einigte sich Italien mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg.

Menschenrechte verletzt

Der italienische Staat gab zu, dass die Menschenrechte der sechs Globalisierungskritiker verletzt wurden, als sie von italienischen Polizisten misshandelt und gefoltert wurden. Der Staat gab gleichfalls zu, dass die Ermittlungen um die Vorfälle in Genua unzulänglich gewesen seien. Die italienische Regierung verpflichtet sich, für die Sicherheitskräfte Bildungskurse zur Förderung des Respekts der Menschenrechte zu organisieren.

In der Krankenstation verprügelt

Am Randes des Gipfels im Jahr 2001 waren in der Kaserne von Bolzaneto rund 250 Demonstranten festgehalten worden. In der Krankenstation wurden Dutzende von ihnen verprügelt. Festgenommene Frauen wurden gezwungen, sich vor männlichen Bediensteten auszuziehen. Die Ermittlungen hatten sich über Jahre hingezogen.

Bei den Krawallen am Rande des G-8-Gipfels im Juni 2001 war die ligurische Hauptstadt verwüstet worden. Ein Globalisierungsgegner, Carlo Giuliani, war beim Angriff auf einen Polizeijeep von einem Carabiniere erschossen worden. Der Carabiniere Mario Placanica wurde vom Vorwurf des Mordes an Giuliani freigesprochen. Er habe in Notwehr gehandelt. (APA, 7.4.2017)

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