Forscher wollen DNA-Barcodes von Österreichs Schmetterlingen ermitteln

7. April 2017, 09:00
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Mit über 200 Arten ist Österreich in Sachen Tagfalter (noch) reich ausgestattet

Innsbruck – Mit über 200 Tagfalterarten zählt Österreich zu den schmetterlingsreichsten Regionen Europas. Mittels innovativer molekularbiologischer Techniken soll nun die genetische Vielfalt möglichst aller Tagfalterarten Österreichs untersucht werden. Ermittelt werden sogenannte DNA-Barcodes, also kurze arttypische Abschnitte, ähnlich einem Strichcode im Supermarkt zur Erkennung eines Produkts.

Der Artenbestand der österreichischen Schmetterlinge werde seit 250 Jahren erforscht, die genetische Vielfalt sei aber bisher weitgehend unbekannt. Dies soll das Kooperationsprojekt der Tiroler Landesmuseen und "Blühendes Österreich – Rewe International gemeinnützige Privatstiftung" nun ändern. Denn die genetische Vielfalt gelte als Voraussetzung für Anpassungsstrategien einzelner Arten an neue Herausforderungen, beispielsweise der Klimaerwärmung.

Vielfalt in akuter Gefahr

"Mit diesem Kooperationsprojekt können wir nicht nur gemeinsame wissenschaftliche Interessen verfolgen, sondern auch einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Schutz der Biodiversität leisten", sagte Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen. In den letzten Jahren sei ein alarmierender Rückgang von Schmetterlingen aufgrund von Verbauung, Verlust an artenreichen Blumenwiesen sowie des Einsatzes von Herbiziden und Insektiziden beobachtet worden. Über die Hälfte der Schmetterlinge Österreichs sei akut gefährdet, hielt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich, fest.

Das Forschungsprojekt soll noch heuer für möglichst alle Tagfalterarten Österreichs genetische "Fingerprints" liefern. Zudem greifen die Untersuchungen auch auf Museumsbestände zurück und sollen damit auch bereits ausgestorbene Arten umfassen.

Um das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und gleichzeitig Erkenntnisse über die Verbreitung von Falterarten in Österreich zu gewinnen, hat Blühendes Österreich in Kooperation mit Global 2000 bereits im vergangenen Jahr die App "Schmetterlinge Österreichs" entwickelt. Die kostenlose App ermöglicht das Finden und Bestimmen von Falterarten. Mittels Foto wird der entdeckte Schmetterling mit den in der Datenbank enthaltenen Arten abgeglichen. (APA, 7. 4. 2017)

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