Keine Verletzten nach Explosion in St. Petersburg

6. April 2017, 14:21
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Zuvor Sprengsatz entschärft, der der nicht explodierten Bombe in einer St. Petersburger Metro-Station ähnelte

St. Petersburg – In einem Wohnhaus in der russischen Großstadt St. Petersburg ist es am Donnerstag zu einer Explosion gekommen. Die Detonation habe sich nahe dem Ort ereignet, wo zuvor Sprengstoff gefunden worden sei, sagte ein Zeuge der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Die Nachrichtenagentur RIA berichtete unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium, es habe keine Verletzten gegeben.

Zuvor war in einem Wohnhaus in St. Petersburg ein Sprengsatz entschärft worden. Der verdächtige Gegenstand sei in einer Wohnung am Stadtrand der Millionenmetropole gefunden worden, teilte der Geheimdienst FSB der Agentur Interfax zufolge mit. Daraufhin wurde das Gebäude evakuiert. Alle Bewohner waren nach Angaben der Stadtverwaltung in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Personen wurden festgenommen. Der Sprengsatz habe der nicht explodierten Bombe geähnelt, die am Montag in einer Metro-Station in St. Petersburg entdeckt wurde, hieß es am Donnerstag in Sicherheitskreisen.

Razzia bei mutmaßlichen Komplizen

Russische Ermittler haben indes die Wohnung von "Bekannten" des mutmaßlichen Attentäters vom Montag durchsucht. Dabei seien Gegenstände beschlagnahmt worden, die "wichtig für die Ermittlungen" seien, teilten die Behörden am Donnerstag in Moskau mit. Wo genau die Razzia stattfand und um welche Gegenstände es sich handelte, war zunächst unklar.

Bei den "Bekannten" handle es sich "um Staatsangehörige zentralasiatischer Länder", die in Kontakt mit dem mutmaßlichen Attentäter gestanden hätten, hieß es weiter. Die Behörden hatten den 22-jährigen am Dienstag unter anderem auf der Grundlage von DNA-Spuren als mutmaßlichen Täter identifiziert. Er soll seit 2011 in Russland gelebt und die russische Staatsbürgerschaft besessen haben.

Bei dem Selbstmordanschlag vom Montag wurden 13 Menschen getötet und 49 weitere verletzt. Am Mittwoch nahmen die Ermittler sechs Verdächtige aus zentralasiatischen Ländern fest, die "Terroristen" hätten anwerben wollen. Mit dem U-Bahn-Anschlag hatten diese Festnahmen den Ermittlern zufolge aber nichts zu tun. (APA, 6.4.2017)

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