Glawischnig-Nachfolge: Bisher nur Absagen

6. April 2017, 12:51
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Nach Gerüchten über eine Ablöse der Grünen-Chefin winken die Tirolerin Felipe und Wahlkampfmanager Lockl ab

Wien – Für eine allfällige Nachfolge von Eva Glawischnig als Bundessprecherin der Grünen gibt es vorerst nur Absagen: Ingrid Felipe, Landeschefin der Grünen in Tirol, will vorerst dort bleiben, sie hat im nächsten Jahr Landtagswahlen zu bestreiten. Felipe ist seit Februar Stellvertreterin von Glawischnig und war von dieser selbst als mögliche Nachfolgerin – zu einem späteren Zeitpunkt – ins Gespräch gebracht worden.

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Lothar Lockl wird von vielen Grünen als möglicher Konsenskandidat genannt, er hatte zuletzt den Wahlkampf von Alexander Van der Bellen geleitet und genießt bei den Grünen hohes Ansehen. Lockl winkt allerdings ab, er ist seit acht Jahren selbstständig und hat eine eigene Agentur, deren Geschäfte gut laufen. Er stehe für diese Position nicht zur Verfügung, hält er fest. Lockl war bereits unmittelbar nach dem Wahlerfolg von Van der Bellen als möglicher Bundessprecher der Grünen ins Spiel gebracht worden.

Reimon attackiert Junge Grüne erneut

Genannt wird auch Michel Reimon. Der Europaabgeordnete ist seit heuer Mitglied des Bundesvorstands der Grünen, ihm wurde immer wieder nachgesagt, selbst an der Position des grünen Bundessprechers interessiert zu sein. Sein Agieren beim Ausschluss der Jungen Grünen hat ihn allerdings viele Sympathien in der Partei gekostet.

Am Donnerstag goss Reimon zudem erneut Öl ins Feuer und attackierte die Jungen Grünen in einem Facebook-Posting. "Uns wurde angekündigt, Eva schwer zu beschädigen, wenn wir bei der Konkurrenzkandidatur an den Universitäten nicht einlenken." Nun seien die Gerüchte zu Lockl gezielt gestreut worden. "Ich gratuliere allen, die sich daran beteiligen, ihr habt eines geschafft: Wir wählen vermutlich im November und ihr habt die Spitzenkandidatin erfolgreich beschädigt, um Druck für interne Macht- und Karrierespielchen zu machen."

Glawischnig selbst hat sich zu den Nachfolgediskussionen noch nicht geäußert. Nach einem allergischen Schock, der am vergangenen Samstag in der Notfallambulanz des AKH behandelt wurde, hat sie vorerst alle Termine abgesagt. Die Obfrau der Grünen befindet sich nach Angaben ihrer Sprecherin am Weg der Besserung, ist aber weiterhin in ambulanter ärztlicher Behandlung. Wann Glawischnig wieder politische Termine wahrnehmen kann, war am frühen Donnerstagnachmittag noch unklar. (völ, 6.4.2017)

  • Eva Glawischnig ist mit Ablösegerüchten konfrontiert.
    foto: standard/urban

    Eva Glawischnig ist mit Ablösegerüchten konfrontiert.

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