Erleichterung bei Rapid: "Wir haben Fußball gespielt"

Video6. April 2017, 11:37
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Kollektives Aufatmen bei den Grün-Weißen nach dem 3:1-Cuperfolg in St. Pölten. Schwab: "Haben uns nicht nur die Bälle am Kopf geschossen"

St. Pölten – Rapid kann es also doch noch. Im achten Pflichtspiel des Jahres gingen die Wiener am Mittwoch erstmals als Sieger vom Platz – und das mit einem überzeugenden Auftritt beim 3:1 in St. Pölten im ÖFB-Cup-Viertelfinale. Coach Damir Canadi konnte vorerst seinen Kopf aus der Schlinge ziehen, auf den Europacup fehlen nur noch zwei Siege.

"Es ist so, dass der Druck sehr groß war auf den SK Rapid, die Mannschaft, den Trainer. Mit der Art und Weise des Auftritts und der Leistung haben wir natürlich eine Riesenfreude", sagte ein erleichterter Canadi. Die Wiener waren fast immer einen Schritt schneller, bissig und auch ballsicher. Zudem passte größtenteils auch die Effizienz. Maximilian Wöber (17.) nutzte gleich die erste Chance für sein Premierentor, Tamas Szanto (25.) hätte nachgelegt, sein Treffer wurde aber wegen einer Joelinton-Abseitsstellung aberkannt.

Kapital

Gutes Umschaltspiel führte dabei zum Erfolg. "Man hat gesehen, was die Mannschaft fähig ist zu leisten", freute sich Rapids Coach. Die Gäste kontrollierten auch nach der Pause das Geschehen und münzten ihre Überlegenheit in weitere Tore von Mario Pavelic (73.) und Stefan Schwab (83.) um. Wöbers Eigentor am Ende (96.) hatte keine Bedeutung.

"Es ist einmal der erste Sieg im Frühjahr. Wir wissen, dass nach dem Spiel nicht alles gut ist, aber die Leistung war im Frühjahr sicher die beste", resümierte Schwab. Die Rapidler konnten sich mehr Chancen als in den bisherigen Frühjahrspartien herausarbeiten und schlugen daraus Kapital.

"Wir haben uns nach vorne einfach viel mehr zugetraut, jeder wollte den Ball haben. Wir haben wirklich Fußball gespielt und uns nicht nur die Bälle am Kopf geschossen", nannte Schwab Gründe für den Erfolg. Nur fünf Tore hatte sein Team zuvor in sieben Spielen erzielt, nun waren es drei auf einmal. "Wir haben uns selber nicht so den Druck gemacht, die ganzen Medien beiseitegelassen, und es hat super funktioniert. Man hat gesehen, wie geil wir Fußball spielen können. Es war ein Befreiungsschlag", analysierte Wöber.

sk rapid wien
Rapid kann wieder lachen.

Nachlegen

Am Samstag ist Rapid bei Schlusslicht Ried zu Gast, der Vorsprung der seit acht Ligapartien sieglosen Wiener auf Platz zehn beträgt acht Punkte. "Wir müssen jetzt in Ried nachlegen. Auch wenn es blöd klingt, es ist ein Schlüsselspiel für uns. Wir können uns von unten absetzen, das ist ganz wichtig", so Schwab.

Vor dem Cup-Halbfinale am 25./26. April stehen für Rapid noch die Heimspiele gegen Altach und die Austria an. "Jetzt müssen wir uns noch mehr Selbstvertrauen holen, und dann werden wir im Cup angreifen", sagte Schwab. Die verkorkste Saison soll mit dem ersten Cupsieg seit 1995 und der damit verbundenen Europacup-Teilnahme gerettet werden.

Neben Titelverteidiger Salzburg sind noch Vorjahresfinalist Admira und Fast-Erste-Liga-Meister LASK im Rennen. "Grundsätzlich gibt es kein Wunschlos und wird es gegen jeden Gegner schwer", sagte Canadi. Das habe auch das Halbfinale Salzburg gegen Kapfenberg gezeigt. "Im Cup muss man sowieso jeden Gegner ausschalten. Ob man im Halbfinale gegen Salzburg spielt oder im Finale ist ziemlich egal", meinte der 19-jährige Wöber. Die Auslosung findet am Sonntag statt.

Enttäuschende Niederösterreicher

Für St. Pölten verlief die Partie im Gegensatz zum 1:1 am Samstag enttäuschend. Die Niederösterreicher konnten nur selten an die Leistung anschließen, nur Lukas Thürauer (54.) und Marco Perchtold (70.) wurden vor dem Ehrentor gefährlich. "Wir haben vom Start weg nicht ins Spiel gefunden. Uns ist es nicht gelungen, die ballbesitzenden Spieler unter Druck zu setzen, wir haben keinen Zugriff gekriegt und sind verdient ausgeschieden", lautete die Analyse von Trainer Jochen Fallmann.

Trotz des Kampfes um den Klassenerhalt hätte der 38-Jährige die Doppelbelastung weiter "gerne" gehabt. "Ich muss die Jungs jetzt aufrichten. Am Samstag wartet ein wichtiges Spiel bei der Austria, da müssen wir anders auftreten", forderte Fallmann. Fünf Punkte trennt sein Team vom Tabellenende. (APA, 6.4.2017)

  • Auch Stefan Schwab zeigte in St. Pölten eine gute Leistung.
    foto: apa/expa/sebastian pucher

    Auch Stefan Schwab zeigte in St. Pölten eine gute Leistung.

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