Streit um Gratisparkplätze im Schloss Mirabell: Schwarze Retourkutsche

Blog6. April 2017, 12:23
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Die ÖVP publiziert ein Video eines Grünen-Stadtrats auf dem Beifahrersitz eines Parteikollegen und spricht von "verlogenem Verhalten" der Bürgerliste

Salzburg – So etwas nennt man dann wohl Eigentor. Seit mehr als drei Jahrzehnten versucht die grüne Bürgerliste, den Sitz der Stadtregierung im historisch wertvollen Schloss Mirabell autofrei zu bekommen. Politiker und Beamte können hier bis heute zu Sonderkonditionen billigst parken, wie im Blog von vergangener Woche nachlesbar ist. Und dann lässt sich der grüne Langzeitstadtrat Johann Padutsch filmen, wie er als Beifahrer eines Parteifreunds nach einer Besprechung aus dem Schlosshof chauffiert wird.

Der für seine meist weniger feine Klinge bekannte ÖVP-Klubobmann und Wirtschaftskammer-Angestellte Christoph Fuchs hat den Fauxpas der beiden Grünen sofort als Steilvorlage genützt. In einem offenen Brief wirft er der Bürgerliste "verlogenes Verhalten" vor und spricht von selbstgefälliger und selbstzufriedener Parteipropaganda der Grünen. Diese würden eben Wasser predigen und Wein trinken.

Offene Briefe

Tatsächlich ist die auf Youtube abrufbare Ausfahrt der zwei Grün-Funktionäre für die Stadtgrünen ziemlich peinlich. Hat doch Verkehrssprecher Bernhard Carl erst in den vergangenen Wochen gleich zweimal in offenen Briefen die anderen Fraktionen aufgefordert, ihre Parkberechtigungen im Weltkulturerbeschloss zurückzugeben.

Keine Staatsaffäre

Vonseiten der grünen Bürgerliste versucht man die Sache jedenfalls herunterzuspielen: "Im Gegensatz zur den Kollegen von der ÖVP hatte Johann Padutsch in 20 Jahren nie einen Dienstwagen, ebenso wenig hat er eine Parkberechtigung für den Schlosshof beansprucht. Wenn man Padutsch einmal filmt, wie er mit dem Auto den Schlosshof verlässt – als Beifahrer, wohlgemerkt –, dann sollte daraus keine Staatsaffäre gemacht werden", heißt es in einer Stellungnahme. (Thomas Neuhold, 6.4.2017)

  • Salzburg, Schloss Mirabell: Der verparkte Innenhof ist für Touristen wie Einheimische seit Jahrzehnten ein Ärgernis.
    foto: thomas neuhold

    Salzburg, Schloss Mirabell: Der verparkte Innenhof ist für Touristen wie Einheimische seit Jahrzehnten ein Ärgernis.

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