PPC Insulators Frauental vor Schließung: 160 Mitarbeiter betroffen

6. April 2017, 11:47
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Betriebsrat teilt Produktionsaus mit Jahresende mit – Geschäftsführung vorerst nicht erreichbar

Frauental – Die weststeirische Niederlassung der PPC Insulators in Frauental soll bis Jahresende geschlossen werden. Das hat der Betriebsrat am Donnerstag mitgeteilt. 160 Arbeitsplätze sind von der Schließung betroffen. Die Geschäftsführung war vorerst für keine Stellungnahme erreichbar.

Betriebsratsvorsitzender Günter Steinbauer erklärte, dass die Niederlassung Donnerstagfrüh von der geplanten Schließung des PPC-Insulators-Standortes Frauental erfahren habe. "Es stimmt, wir hatten in den vergangenen Jahren Auftragsprobleme, aber zuletzt hatte es einen Restrukturierungsplan mit Neubeginn gegeben", zeigte er sich empört.

Unverständnis bei Betriebsrat

In einer Aussendung gemeinsam mit Betriebsrat Friedrich Kainz drückte Steinbauer sein Unverständnis aus: "Für den Eigentümer zählt offenbar nur Gewinnmaximierung." Die 1921 gegründete Porzellanfabrik "Frauenthal" (Bezirk Deutschlandsberg) stattete unter anderem 380-Kv-Leitungen in der Steiermark mit Keramik-Isolatoren aus und ist laut Betriebsrat Hauptlieferant der ÖBB und der Austrian Power Grid. Die Belegschaftsvertreter werfen dem Eigentümer, dem internationalen Finanzinvestor Triton, "schwere strategische Fehler" vor: "Es ist unbegreiflich, dass man sich als Konzern mit Billigprodukten aus dem asiatischen Raum matcht anstatt sich auf High-End-Produkte, wie sie in Frauental hergestellt werden, zu spezialisieren."

Laut Steinbauer habe CEO Erik Göthlin und nicht Geschäftsführer Andreas Sonntag die Hiobsbotschaft am Donnerstag überbracht. Gemäß dieser soll die Produktion ab September heruntergefahren werden und mit Ende des Jahres komplett auslaufen. Sollten noch Aufträge ausständig sein, könnten diese maximal noch im ersten Quartal 2018 fertigproduziert werden.

Jobangebote für Mitarbeiter im Ausland

Steinbauer erklärte, dass den Mitarbeitern zwar Jobs bei anderen Standorten angeboten wurden, diese befinden sich aber alle im Ausland. Im Restrukturierungsplan sollte eigentlich "nur" ein Drittel der Belegschaft abgebaut werden, doch da man genug Aufträge hatte, seien bisher keine Jobs gestrichen worden. Der im Rahmen der Restrukturierung ausverhandelte Sozialplan habe laut Steinbauer noch seine Gültigkeit, müsse nun aber neu überarbeitet werden. Er forderte eine Arbeitsstiftung.

Der steirische Arbeiterkammer-Präsident Josef Pesserl übte ebenfalls Kritik an der geplanten Schließung eines "positiv bilanzierenden Unternehmens" und zeigte sich "entsetzt": "Es ist unerträglich, wenn 160 Jobs auf dem Altar der Gewinnmaximierung geopfert werden sollen." Das Unternehmen sei bekannt für die hohe Qualität seiner Keramikisolatoren. Deshalb sei der Betrieb sehr wohl konkurrenzfähig. (APA, 6.4.2017)

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