Draghi: Noch zu früh für Änderungen an EZB-Geldpolitik

6. April 2017, 10:43
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Europäische Zentralbank will ihre milliardenschweren Anleihenkäufe bis Ende 2017 weiterführen

Frankfurt – EZB-Präsident Mario Draghi sieht noch keinen Anlass für ein Ende der ultralockeren Geldpolitik der Notenbank. Obwohl die wirtschaftliche Erholung zunehmend auch auf eigenen Beinen stehe, sei es "zu früh, Erfolg auszurufen", sagte er am Donnerstag bei einer Konferenz in Frankfurt. Die Wirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren maßgeblich dank der Maßnahmen der Europäischen Zentralbank erholt.

Die zuletzt anziehende Inflation halten die Währungshüter noch nicht für nachhaltig. Sie streben mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei einer Rate von knapp unter 2,0 Prozent an. Die Inflationsdynamik sei "weiterhin abhängig von der Fortsetzung unserer aktuellen Geldpolitik", bekräftigte Draghi. Ihre milliardenschweren Anleihenkäufe will die EZB bis Ende 2017 weiterführen. Die Zinsen sollen bis mindestens dahin auf extrem niedrigem Niveau bleiben, derzeit liegt der Leitzins bei null Prozent.

Wirtschaft ankurbeln

Mit gigantischen Wertpapierkäufen hatten die Notenbanken versucht, die Wirtschaft anzukurbeln. Der Geldsegen hatte die Aktienmärkte auf Rekordhöhen getrieben. Die US-Notenbank Fed will nun aber von diesem Kurs abweichen und nicht mehr so viel Geld in den Markt pumpen, wie aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll hervorgeht.

"Eine Neubewertung unserer derzeitigen Geldpolitik ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen", betonte hingegen Draghi. "Bevor wir irgendwelche Änderungen an den Bestandteilen vornehmen – Zinssätze, Anleihenkäufe und Ausblick (Forward Guidance) – müssen wir ausreichend Vertrauen haben, dass sich die Inflation in der Tat über einen mittelfristigen Horizont auf unser Ziel hin bewegt – und dort auch bleiben wird, auch in einem Umfeld mit einer weniger stützenden Geldpolitik." (APA, 6.4.2017)

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