Problem für Gesellschaft: "Pokémon Go"-Hersteller hat Angst vor Virtual Reality

6. April 2017, 10:39
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Technologie könnte laut John Hanke zu gut werden und Menschen isolieren

John Hanke, Chef des "Pokémon Go"-Herstellers Niantic, warnt vor problematischen Folgen für die Gesellschaft durch zunehmend besser werdende Virtual-Reality-Systeme. "Mein Problem mit VR ist, ich habe Angst, dass es zu gut wird, wodurch es ein Erlebnis wird, mit dem Menschen enorm viel Zeit verbringen wollen. Ich meine, ich mache mir schon Sorgen, dass meine Kinder zu viel 'Minecraft' spielen und das ist ein wundervolles Spiel", sagte Hanke im Rahmen des London Games Festival 2017 gegenüber der Branchenseite Gamesindustry.

Schlecht für die Gesellschaft?

"Wir sind menschliche Wesen und es gibt viel Forschung dazu, die zeigt, dass wir viel glücklicher sind, wenn wir nach draußen gehen und uns bewegen – speziell nach draußen in die Natur. Ich denke, es ist ein Problem für uns als Gesellschaft, wenn wir davon absehen und all unsere Zeit in einem Art 'Ready-Player-One'-VR-Universum verbringen", so Hanke.

Anstelle dessen will der Niantic-Boss Entwickler dazu ermutigen, Augmented-Reality-Technologien zu nutzen, um Spiele zu kreieren, die Menschen zum rausgehen bewegen.

AR und VR wachsen zusammen

Dass Hanke als Chef einer der größten AR-Spielhersteller mit Titeln wie "Pokémon Go" und "Ingress" die Mixed-Reality-Technologien propagiert, kommt gewiss nicht überraschend. Doch Hanke verweist auf Untersuchungen, die gezeigt hätten, dass AR-Anwendungen Menschen dazu bringen können, aktiver zu sein. "Ich denke, man kann hier viel Gutes tun."

Langfristig betrachtet, glaubt Hanke, dass AR und VR zunehmend miteinander verschmelzen werden. In Zukunft werde es Programme geben, die beide Systeme nutzen, um Mixed-Reality-Erlebnisse zu ermöglichen. Virtual-Reality-Brillen mit eingebauter Kamera, die das reale Umfeld in das VR-Bild einfließen lassen können, gibt es bereits. "Diese Sachen könnten in einer einzelnen Erfahrung zusammenlaufen." (zw, 6.4.2017)

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    foto: reuters/fabian bimmer
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