"News" erscheint nun freitags und ist "mitten in der Konsolidierung"

6. April 2017, 08:26
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Chefredakteurin Mitterstieler: "Habe Job nicht angenommen, um zuzusperren" – Will Chronik- und Society-Berichterstattung, digitalen Bereich stärken und Reichweite wieder steigern

Wien – Ab dieser Woche erscheint "News" bereits am Freitag, zugleich startet eine Werbekampagne. Chefredakteurin Esther Mitterstieler will Themen setzen und mit der "kantigeren Positionierung" die zuletzt gesunkene Reichweite wieder steigern, sagt sie im APA-Interview. Das Team sei "mitten in der Konsolidierung", wenn auch mit Rainer Fleckl und Monika Payreder wieder zwei Abgänge zu verzeichnen sind.

"Es ist deutlich besser, am Freitag zu erscheinen", meint Mitterstieler, angesprochen auf den Wechsel nach nur zwei Jahren (davor erschien das Magazin am Donnerstag, dann wurde es der Samstag). "Einerseits redaktionell, weil wir aktueller sein können, andererseits haben wir zwei Verkaufstage mehr. Wir erwarten uns davon auch eine Steigerung des Einzelverkaufs." Einen Schaden durch zu wenig Kontinuität fürchtet sie nicht: "Ich glaube nicht, dass der Erfolg eines Titels vom Erscheinungstag abhängt."

Digitalauftritt stärken – ohne Paywall

Vielmehr möchte die Chefredakteurin, die ihren Job im Februar nach dem überraschenden Abgang von Eva Weissenberger angetreten hatte, mit Relevanz punkten. "Die Leser erwarten sich, dass wir aus dem Leben heraus berichten. Wir gehen hinaus, machen vermehrt Reportagen und beleuchten lebensnahe Themen von unterschiedlichen Seiten." Der "investigative Ansatz" bleibe wichtig, "da wollen wir auch selbstbewusst sein und Themen setzen". Stärken will Mitterstieler die People- und Chronik-Berichterstattung. Drei bis vier neue Mitarbeiter werden in den nächsten Wochen noch kommen, kündigt sie an.

Viel zu tun sieht sie im Onlineberich. "Strategisch ist es entscheidend, dass wir das Digitale mit Print verbinden. Nur wenn ich digital einen guten Auftritt habe, kann ich Print stabilisieren." Keine Pläne hegt Mitterstieler, die bis Ende 2013 Chefredakteurin des "Wirtschaftsblatts" war und 2015 die damals neue "News"-Spitze komplettierte, für jedwede Art einer Paywall: "Das kann man mit 'News' nicht machen."

2016 ging die "News"-Reichweite laut jüngst veröffentlichter Media-Analyse signifikant auf 5,1 Prozent zurück. "Mit dem Ergebnis kann man nicht zufrieden sein. Wir werden alles tun, damit wir die Reichweite wieder steigern", so Mitterstieler. "Ich bin überzeugt davon, dass das mit einer klaren Positionierung auch gelingen wird."

"Medienbashing verstehe ich nicht"

Von Horst Pirker, Chef und Eigentümer der Verlagsgruppe News (VGN), habe sie keine "zahlenmäßigen Vorgaben" bekommen, meint sie auf eine entsprechende Frage. "Die Vorgabe ist die Positionierung." Die VGN fuhr im Vorjahr einen harten Sparkurs. Gerne spekuliert die Branche darüber, ob "News" noch eine langfristige Chance hat. Das ärgert Mitterstieler ein wenig, ihr sind die Äußerungen über ihr Magazin mitunter zu hämisch: "Gegenseitiges Medienbashing verstehe ich nicht. Die Medienbranche ist eine schwierige Branche, wir sind unter Druck. Es wäre gescheiter, sich gegenseitig zu unterstützen."

Fragen nach einer wie auch immer gearteten Bestandsgarantie für "News" wundern sie aber auch: "Wir leben ja nicht im Kommunismus. Welches Unternehmen gibt eine Bestandsgarantie für ein Produkt ab?" Sie betont aber: "Ich habe diesen Job nicht angenommen, um zuzusperren. Wenn ich nicht an 'News' glauben würde, wäre ich nicht Chefredakteurin geworden." (APA, 6.4.2017)

  • "News"-Chefredakteurin Esther Mitterstieler: "Strategisch ist es entscheidend, dass wir das Digitale mit Print verbinden."
    foto: apa / herbert pfarrhofer

    "News"-Chefredakteurin Esther Mitterstieler: "Strategisch ist es entscheidend, dass wir das Digitale mit Print verbinden."

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