Ministerin Royal dringt auf Schließung von Atomkraftwerk Fessenheim

6. April 2017, 07:37
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Bedenken von Arbeitnehmervertretern

Paris – Der französische Stromgigant EDF muss nach Auffassung von Energieministerin Segolene Royal rasch über die Abschaltung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim an der Grenze zu Deutschland entscheiden. Der Verwaltungsrat des Konzerns solle grünes Licht geben für eine weitere Stufe auf dem Weg zur Schließung der Nuklearanlage, sagte Royal am späten Mittwochabend im französischen TV-Sender CNews.

Das Topgremium des Energieriesen will am Donnerstag zusammenkommen. Ob tatsächlich über den Abschaltantrag zu Fessenheim entschieden wird, ist laut Medienberichten aber noch offen. Unter den Arbeitnehmervertretern gebe es Bedenken, hieß es. Das Unternehmen äußerte sich nicht offiziell dazu.

Sicherheitsbedenken

In Deutschland gibt es seit Langem Sicherheitsbedenken gegen Frankreichs ältestes noch laufendes Atomkraftwerk. Die Stilllegung war ein Wahlkampfversprechen von Präsident Francois Hollande gewesen, der voraussichtlich im Mai aus dem Amt scheiden wird. Der Termin hatte sich aber immer weiter verschoben. Nun erscheint 2018 oder 2019 als Zeithorizont möglich.

Der EDF-Verwaltungsrat hatte bereits im Jänner die Bedingungen einer Einigung mit dem französischen Staat über eine Entschädigung von geschätzt 490 Millionen Euro gebilligt. Auch wenn das Gremium nun den Abschalt-Antrag beschließen sollte, ist die Schließung noch nicht in trockenen Tüchern. Für die Aufhebung der Betriebserlaubnis muss es noch ein staatliches Dekret geben. (APA, 6.4.2017)

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