Sargnagel im Parlament: "Du bist nicht provokant mit deinem Frauenhass"

Video6. April 2017, 09:58
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Nach Babykatzengate: Auf Einladung der Grünen arbeitete Stefanie Sargnagel die Hasskampagne im Parlament auf

Wien – Die Hasskampagne, der die Wiener Schriftstellerin Stefanie Sargnagel ausgesetzt war, nachdem sie gemeinsam mit den Autorinnen Maria Hofer und Lydia Haider einen Marokko-Reisebericht im STANDARD veröffentlicht hatte, hatte nun auch ein Nachspiel im Parlament. Auf Einladung des grünen Parlamentsklubs las Sargnagel Mittwochabend aus ihren Werken "Binge Living" und "Fitness". Außerdem präsentierte sie eine erste literarische Aufarbeitung von Babykatzengate.

derstandard.at

Sie trug "unangenehme Nachrichten" vor wie jene, die sie von einem Lukas Mayer erhalten hatte: "Leute, die nicht gefickt werden, sind z'wider." Um Aggressionen abzubauen, konterte sie mit Raptexten: "Ich bin wortgewandter als du, und deine Hose wird nass. Du bist nicht provokant mit deinem Frauenhass."

Nett auf der Straße

In einem Ende Februar veröffentlichten tagebuchartigen Eintrag hatte Sargnagel geschrieben: "Lydia ist die einzige Vegetarierin der Gruppe, aber im Unterschied zu den anderen VegetarierInnen, die ich kenne, ist sie es nicht, weil sie Tiere liebt, sondern weil sie Tiere zutiefst hasst. Heute hat sie eine Babykatze zur Seite getreten mit der Behauptung, sie habe Tollwut, danach biss sie selbstzufrieden in eine vegetarische Crêpe."

Ihre Erkenntnis nach vielen Hasspostings: "Nur weil die Leute schreiben, sie wollen einen aufschlitzen, aufhängen und ausbluten lassen und danach anzünden, heißt das noch lange nicht, dass sie einen nicht gleichzeitig auch nett auf der Straße grüßen."

Klage gegen "Krone.at"-Chef Schmitt geplant

Sargnagel kündigte außerdem an, "Krone.at"-Chefredakteur Richard Schmitt klagen zu wollen. Sein Kommentar mit dem Titel "Saufen und kiffen auf Kosten der Steuerzahler" hatte eine Welle von Hasspostings gegen die Autorin ausgelöst, Morddrohungen und Gewaltaufrufe inklusive.

Gefragt vom STANDARD, ob sie nach den heftigen Drohungen wieder in dieser Form über Babykatzen schreiben würde, sagte Sargnagel: "Ja, klar." (Katrin Burgstaller, 6.4.2017)

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