Leidenschaftliche Admira bezwingt Austria

5. April 2017, 20:00
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Die Wiener scheitern beim 1:2 an ihrer schwachen Chancenauswertung, die Admira ist unter Buric weiter ungeschlagen

Wien – Die Admira ist am Mittwochabend mit einem 2:1 (2:1)-Sieg über Austria Wien im Happel-Stadion ins Halbfinale des ÖFB-Cups eingezogen. Tore von Christoph Knasmüllner (6.) und Christoph Monschein (14.) sicherten dem Vorjahresfinalisten den Aufstieg, Kevin Friesenbichler traf für die Hausherren (34.).

Damit verlor die Austria auch ihr drittes Saisonspiel vor eigenem Publikum gegen die Admira, die erst am Samstag in der Meisterschaft 2:0 im Happel-Stadion gewonnen hatte. Doch so verdient der Erfolg vor vier Tagen war, so glücklich war er diesmal, weil die Austria nach dem frühen 0:2-Rückstand die Partie klar dominierte. Die Admira ist damit unter Trainer Damir Buric weiter ungeschlagen, der Kroate hält bei vier Siegen und vier Remis.

Nach einer Trauerminute für den am Dienstag verstorbenen Ex-Austria-Spieler und -Trainer Karl Stotz begann das Match mit einem frühen Rückstand der Wiener: Nach einem Fehlpass von Lukas Rotpuller spielte Dominik Starkl schnell auf rechts zu Stephan Zwierschitz, der im Strafraum ideal für Knasmüllner auflegte. Der ließ sich nicht zweimal bitten und jagte den Ball wuchtig unter die Latte.

Cup-Spezialist

Es kam aber noch schlimmer für die Gastgeber. Nachdem Rotpuller eine Kopfball-Chance nach einem Corner vergeben hatte, verwertete die Admira auch ihre zweite Möglichkeit – und neuerlich schaute die Austria-Abwehr schlecht aus. Knasmüllner konnte den Ball an der Strafraumgrenze unbedrängt annehmen und auf Monschein weiterleiten, der mit einem Schuss ins lange Eck das 2:0 besorgte. Es war bereits das sechste Tor des Admira-Stürmers im laufenden Cup-Bewerb.

Nach diesem doppelten Schock in der Start-Viertelstunde übernahm der 27-fache Cupsieger aus Wien-Favoriten vor 5.054 Zuschauern das Kommando und kam in der 34. Minute zum verdienten Anschlusstreffer. Bei einem einstudierten Freistoß von Raphael Holzhauser war Friesenbichler mit dem Kopf zur Stelle. Und kurz vor der Pause hatte Lukas Venuto nach einer Flanke von Ismael Tajouri sogar den Ausgleich auf den Fuß (42./drüber).

Kein Durchkommen

Nach dem Wechsel scheiterte Venuto neuerlich mit einem schwierigen Heber aus spitzem Winkel über den weit herausgeeilten Admira-Tormann Andreas Leitner (56./daneben). Petar Filipovic probierte es gegen die extrem tief stehende Admira wenig später mit einem Gewaltschuss, der aber zu zentral ausfiel und somit zur Beute von Leitner wurde (59.), gleiches galt für einen Rotpuller-Kopfball nach einem Corner (73.). In der 76. Minute zeichnete sich dann Leitner aus, als er einen scharfen Schuss von Christoph Martschinko parierte.

Die Admira schaffte es nach der Pause erst in der 83. Minute, einen Konter zu Ende zu spielen, doch Monschein und Knasmüllner verabsäumten es, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Im Finish setzte Austria-Coach Thorsten Fink alles auf eine Karte, brachte mit Larry Kayode und Marko Kvasina zwei weitere Stürmer. Und Letzterer hätte beinahe in der Nachspielzeit noch den Ausgleich erzielt, doch der Ball zischte hauchdünn neben der Stange vorbei (93.). (APA, 5.4.2017)

ÖFB-Cup-Viertelfinale, Mittwoch

Austria Wien – Admira Wacker 1:2 (1:2)
Ernst-Happel-Stadion, 5.000 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge:
0:1 (6.) Knasmüllner
0:2 (14.) Monschein
1:2 (34.) Friesenbichler

Austria: Hadzikic – Pires, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser (86. Kvasina) – Venuto (86. Kayode), Grünwald, Tajouri – Friesenbichler (91. Mohammed)

Admira: Leitner – Zwierschitz, Wostry, Strauss, Ebner (67. Posch) – Lackner, Toth – Starkl (87. Grozurek), Knasmüllner, Bajrami – Monschein

Gelbe Karten: Filipovic, Serbest bzw. Toth, Leitner, Starkl

Stimmen:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Wenn man 0:2 zurückliegt, ist es schwer, das Spiel zu drehen. Die Admira hat auch das Glück, dass jeder Schuss sitzt. Sie haben einen positiven Lauf. Wir haben dem Gegner bei den Toren zu viel Platz gegeben. Danach haben wir aber gezeigt, dass wir das Spiel drehen wollen. Im Fußball ist es immer so, dass man nach vorne schauen muss und nicht zurück."

Damir Buric (Admira-Trainer): "Die Mannschaft hat in den ersten 20 Minuten richtig gut angefangen, hat sich richtig gute Chancen herausgespielt. Durch das 2:0 (vom Samstag, Anm.) sind wir auch sicherer ins Spiel reingegangen. Danach war der Gegner offensiv, hat Druck gemacht und ist Risiko gegangen. Das Spiel ist nicht so gelaufen, wie wir es gewollt haben. Die Austria hat enormen Druck ausgeübt. Dann kommt eine gewisse Unsicherheit, aber unsere gesamte Mannschaftsleistung war heute sehr gut."

  • Die glückliche Admira.
    foto: apa/expa/alexander forst

    Die glückliche Admira.

  • Der große violette Jammer.
    foto: apa/expa/alexander forst

    Der große violette Jammer.

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