Batteriebrüder Kreisel zieht es in die USA

5. April 2017, 17:51
41 Postings

Kreisel Electric streckt die Fühler auch nach China aus. Noch werkt das Freistädter Start-up in der Garage

Wien/Freistadt – Noch wird beim Freistädter Start-up Kreisel Electric in der Garage gewerkt. Doch alle Zeichen stehen auf Expansion. Die drei Kreisel-Brüder Philipp, Johann und Markus sind mittlerweile nicht mehr nur der Fachwelt ein Begriff, sind sie doch der festen Überzeugung, dass sie mit ihrem Batteriesystem, bei den Autoherstellern immer noch eine der großen Schwachstellen in Sachen E-Mobilität, die Konkurrenz weit hinter sich lassen.

Im September wird das Entwicklungszentrum mit Fertigungslinie im nahen Rainbach eröffnet. Dort wollen die Kreisels zeigen, dass im Großen geht, was im Kleinen funktioniert – und das auch wirtschaftlich. Zehn Millionen Euro werden insgesamt investiert. Die Herstellungskosten für die bisher individuell angepassten Kleinserien mit bis zu 500 Exemplaren sollen in der komplett automatisierten Fertigungslinie sinken. Alles laufe nach Plan, sagt Markus Kreisel dem STANDARD. Und derzeit laufe vieles parallel. Etwa die Mitarbeitersuche für das neue Werk. Bis Mitte 2017 soll die Mitarbeiterzahl von den 50 Beschäftigten im Vorjahr auf 100 bis 150 wachsen. "Wir stellen fast jeden Tag Leute ein", sagt Kreisel.

Kooperation auf Schiene

Auch die Kooperation mit der Porsche Holding in Sachen Schnellladestationen sei auf Schiene. Wie berichtet bauen die Oberösterreicher E-Tankstellen für Firmen, deren Vertrieb die Porsche Holding über die Tochter Allmobil übernimmt. 50 Stück sollen heuer gebaut werden, die ersten Auslieferungen sind für das zweite Halbjahr 2017 geplant.

Bei Porsche heißt es auf Anfrage, das Interesse sei groß. "Wir haben zahlreiche konkrete Anfragen aus Österreich, Deutschland und aus CEE Ländern." Fixe Bestellungen würde man aber erst ab der zweiten Jahreshälfte annehmen.

Mittlerweile strecken die Batteriebrüder ihre Fühler aber auch in China und in den USA aus. In Shanghai habe man mittlerweile "ein Sprachrohr", also einen Partner, der Kontakte in der E-Moblitätsfreundlichen Volksrepublik China knüpfen soll, so Kreisel. Gepräche gebe es auch mit dem US-E-Autopionier Tesla. Interessant ist dies auch deswegen, weil manche Experten darüber spekulieren, dass Tesla nicht bei seinem Batteriesystem bleiben werde. Wie weit die Gespräche gehen, dazu hält sich Markus Kreisel aber bedeckt: "Wir kennen dort Leute und wir reden derzeit mit vielen."

Nachgedacht wird laut Kreisel auch über einen Standort in den USA. Im Silicon Valley wird allerdings nicht gesucht. Was damit zu tun haben mag, dass man dem Garagenstadium bei einem etwaigen Markteintritt entwachsen ist. (Regina Bruckner, 6.4.2017)

  • Begonnen hat alles in einer Garage im Mühlviertel.
    kreisel electric

    Begonnen hat alles in einer Garage im Mühlviertel.

Share if you care.