"Rudi, der rasende Radiohund" auf Ö1: Ur die Wirbelsäule

5. April 2017, 16:49
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Er ist nun einmal kein ängstliches Schoßhündchen mit Fiepsstimme, sondern eine Supernase, die sich für wirklich jedes Thema interessiert.

Seine Schnappatmung und der dazugehörige Tonfall sind nicht jedermanns Sache, aber was soll's! Rudi, der rasende Radiohund ist nun einmal kein ängstliches Schoßhündchen mit Fiepsstimme, sondern eine Supernase, die sich für wirklich jedes Thema interessiert. Am Mittwoch war es die Streitkultur zwischen Eltern (ojojoj). Kinder haben da den Überblick. "Meine Mutter wollte nie diesen Typ heiraten!", sagt Sreya. Das musste einfach mal raus.

Und das ist das Gute der 2003 ins Leben gerufenen Ö1-Sendung: Es kommen vorrangig Kinder zu Wort. Nur jeweils fünf Minuten, aber immerhin (Montag bis Freitag, jeweils um 14.55 Uhr). Manchmal befragt der Rudi-Hund auch erwachsene zweibeinige Experten, sogar auf den Tonmeister und Redakteurin Rosi hört er – gelegentlich.

Manch einer dieser Fünfminüter eignet sich formidabel zum Spintisieren. So lautete das Thema am Dienstag beispielsweise "Wäh, wie grauslich". Fanny zog da ganz klare Geschmacksgrenzen: "Mir graust davor, wenn sich jemand küsst vor meinen Augen. Oder auch wenn jemand in Hundemist tritt und dann daran schnuppert".

Gleich nach dem Küssen kommen bei Florentina und Lina auf der Grauslichkeitsskala das Aufs-T-Shirt-Kotzen und das Nasenpopel-Essen. Abstoßend seien aus ihrer Sicht auch "ganz blutige, zerfleischte Tiere", wenn das Skelett herausschaut und wenn man – Achtung, Wiener Slang: – "ur die Wirbelsäule sieht".

Wenn das nicht die Fantasie anregt! Rudi himself denkt gleich an Zombieratten auf der Donauinsel. Und ein anderer vielleicht eher an warme, dicke, fette Milchhaut oder – o Gott – Nacktschnecken! Die Liste ist individuell fortsetzbar. (Margarete Affenzeller, 5.4.2017)

  • Fanny zog ganz klare Geschmacksgrenzen: "Mir graust davor, wenn sich jemand küsst vor meinen Augen. Oder auch wenn jemand in Hundemist tritt und dann daran schnuppert".
    foto: standard/corn

    Fanny zog ganz klare Geschmacksgrenzen: "Mir graust davor, wenn sich jemand küsst vor meinen Augen. Oder auch wenn jemand in Hundemist tritt und dann daran schnuppert".

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