Apotheken: Wechselwirkungen von Antidepressiva kennen

5. April 2017, 15:54
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Bei der Behandlung von Depressionen stehen eine Reihe von Arzneien zur Verfügung. Um Wechselwirkungen zu vermeiden, ist die Beratung der Patienten wichtig

Immer mehr Menschen leiden weltweit an Depressionen. In den Jahren 2005 bis 2015 ist die Anzahl der Betroffenen um 18 Prozent gestiegen. Daher stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim diesjährigen Weltgesundheitstag das Thema "Depression" in den Mittelpunkt. Die Österreichische Apothekerkammer betont die Bedeutung von Arzneimitteln und Beratung.

"In Österreich leiden etwa 7,7 Prozent der Bevölkerung an einer Depression, diagnostiziert ist sie jedoch bei nur 5,7 Prozent (Statistik Austria, Gesundheitsbefragung 2014). Depressionen sind eine gut behandelbare Krankheit. Wichtig ist es, rechtzeitig Hilfe zu suchen und anzunehmen", hieß es in der Aussendung.

Ernstzunehmende Erkrankung

Mehr als 20 Prozent aller Menschen erkranken einmal in ihrem Leben an einer Depression. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Eine Depression kann in jedem Alter auftreten und ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die sich durch eine niedergedrückte Stimmungslage, Interessen- und Antriebslosigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit äußert. Sie ist häufig auch mit sozialem Rückzug des Betroffenen verbunden und nicht zu verwechseln mit vorübergehender Traurigkeit oder Unlust.

In der Behandlung werden meist psychotherapeutische Maßnahmen mit einer medikamentösen Therapie kombiniert: Gegen Depressionen gibt es eine Reihe von sehr wirksamen Arzneien. Diese Antidepressiva wirken ganz gezielt gegen das bei den Betroffenen gestörte Gleichgewicht der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Gezielte Behandlung und Beratung

"Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, dass der Patient sich genau an den Therapieplan hält – hier unterstützen die Apotheker durch kompetente Beratung zur richtigen Einnahme der verordneten Medikamente und zu möglichen Neben- bzw. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln", wird Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer, zitiert.

In vielen Fällen helfen auch milde pflanzliche Präparate aus der Apotheke. Diese enthalten meist Extrakte von Johanniskraut, welches schon in der Antike zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt wurde.

"Bei leichten und mittelschweren Depressionen wirken Johanniskrautpräparate gleich gut wie synthetische Psychopharmaka und sind dabei wesentlich besser verträglich. Gerade aber bei Arzneien, die Johanniskraut enthalten, ist eine fachkundige Beratung durch die Apothekerin, den Apotheker unerlässlich, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden, zum Beispiel im Zusammenspiel mit anderen Arzneien wie etwa der Anti-Baby-Pille oder auch eine verstärkte Sonnenempfindlichkeit", sagt Podroschko. (apa, 5.4.2017)

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