EU-Finanzminister suchen nach Strategie gegen faule Kredite

5. April 2017, 13:03
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Arbeit verläuft aber schleppend

Brüssel – Die EU-Finanzminister wollen bei ihrem Treffen in Malta eine Lösung für den Umgang mit faulen Bankkrediten finden. Nach Angaben eines EU-Vertreters dürften die Ressortchefs bei ihren informellen Beratungen am Freitag und Samstag feststellen, dass das Problem eine gesamteuropäische Dimension habe und deshalb eine gemeinsame Strategie Sinn mache.

Die Arbeit am Umgang mit den sogenannten "non performing loans" (NPL) verlaufe aber recht schleppend. Wenn das weiterhin der Fall sei, werde es bis zu einer Lösung noch eine Weile dauern.

In der Staatengemeinschaft haben laut EU-Vertretern die Banken in Griechenland, Zypern, Portugal, Italien, Slowenien und Irland am stärksten mit Problemdarlehen zu kämpfen. Einem EU-Papier zur Vorbereitung des Treffens in Malta zufolge ächzen die Banken in der Union insgesamt unter faulen Krediten in Höhe von einer Billion Euro. Das entspreche 5,4 Prozent aller Kredite der Geldhäuser. EU-Vertretern zufolge liegt der Wert in einzelnen Staaten aber bei bis zu 47 Prozent.

In dem Papier werden als mögliche Auswege ein gemeinsamer Umgang der Aufsichtsbehörden mit faulen Krediten, eine Vereinheitlichung des Insolvenzrechts sowie die Schaffung eines Sekundärmarktes für NPL sowie von Bad Banks vorgeschlagen. Zudem sollten die Minister Restrukturierungen im Bankensystem erwägen, um es für die Zukunft besser gegen das Problem zu wappnen. (APA, Reuters, 5.4.2017)

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