Fox News verliert Werbekunden wegen Belästigungsvorwürfen gegen O'Reilly

5. April 2017, 07:44
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Konservativer Moderator soll fünf Frauen Schweigegeld gezahlt haben

New York – Nach Enthüllungen über die mutmaßliche sexuelle Belästigung mehrerer Frauen durch den konservativen US-Fernsehmoderator Bill O'Reilly hat seine populäre Sendung beim Sender Fox News zahlreiche zahlungskräftige Werbekunden verloren. Unter anderem die Autokonzerne Mercedes-Benz, BMW, Toyota und Hyundai setzten ihre Aufträge für Werbespots während der Sendung "The O'Reilly Factor" aus.

Auch wenn die Vorwürfe gegen O'Reilly noch nicht geklärt seien, seien sie verstörend, erklärte Mercedes-Benz-Sprecherin Donna Boland am Dienstag. "Angesichts der Bedeutung von Frauen für unser Geschäft in jeder Hinsicht, empfinden wir das nicht als gute Umgebung, um jetzt für unsere Produkte zu werben."

Umbuchungen

Zuletzt zogen auch die US-Versicherung Allstate und der französische Pharmakonzern Sanofi ihre Werbeaufträge zurück. Medienberichten zufolge trafen insgesamt zwölf Marken diese Entscheidung. Fox News erklärte, der Sender arbeite mit seinen Partnern zusammen, "um den Sorgen zu begegnen". Die Werbeaufträge seien auf andere Sendungen von Fox News umgebucht worden, erklärte der Vize-Chef für den Werbespot-Verkauf, Paul Rittenberg.

Die "New York Times" hatte am Samstag berichtet, O'Reilly und sein Sender Fox News hätten insgesamt 13 Millionen Dollar (12,2 Millionen Euro) als Schweigegeld an fünf Frauen gezahlt, die dem 67-jährigen Moderator Belästigung vorgeworfen hätten. Im Gegenzug mussten sich die Frauen demnach verpflichten, die Vorwürfe nicht öffentlich zu machen und keine Klagen einzureichen. Es handle sich bei ihnen um Frauen, die entweder für O'Reillys Show arbeiteten oder dort regelmäßig zu Gast waren, hieß es in dem Bericht.

Eines der bekanntesten TV-Gesichter

Der Moderator reagierte mit einem knappen schriftlichen Statement, in dem er die Vorwürfe nicht ausdrücklich bestritt. Wegen seiner Prominenz ziehe er "Klagen von Personen an, die von mir Geld wollen, um negative Berichterstattung zu vermeiden", erklärte O'Reilly.

Der Moderator ist eines der bekanntesten TV-Gesichter in den USA, seine allabendliche Talk-Sendung ist ein wichtiger Quotenbringer für Fox News. Im Schnitt hat sie fast vier Millionen Zuschauer.

Im Juli 2016 war Fox-News-Chef Roger Ailes wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Am Montag reichte eine weitere Frau Klage wegen sexueller Belästigung gegen Ailes ein. (APA, 5.4.2017)

Nachlese

Belästigungsklagen: Fox News und Moderator O'Reilly zahlen Millionen – "New York Times": Fünf Frauen erhielten Geld von Fox-News im Gegenzug für Schweigen

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