Deal mit Universal: Spotify schränkt Gratis-Streaming ein

4. April 2017, 17:59
31 Postings

Manche neue Alben zuerst exklusiv für Kunden mit Bezahl-Abo – Label erhält weniger Tantiemen

Nach langen Verhandlungen haben Streaming-Anbieter Spotify und der Musikriese Universal nun ein langfristiges Abkommen geschlossen haben. Das schreibt die New York Post unter Berufung auf Insider, Spotify hat den Deal nun bestätigt.

Wie schon vor wenigen Wochen berichtet wurde, wird sich das Label künftig offenbar mit weniger Geld pro abgespieltem Song zufrieden geben. Im Gegenzug verpflichtet sich Spotify offenbar, bestimmte Wachstumsziele bei seinem bezahlten Angebot zu erreichen. Dazu soll Universal auch mehr Mitsprache darüber bekommen, welche neuen Releases beim werbefinanzierten Gratisabo des schwedischen Unternehmens zu hören sind.

Mehr Exklusiv-Inhalte für Premium-User

Anders ausgedrückt: In Zukunft werden einige neue Alben in den ersten zwei Wochen nach Veröffentlichung jenen Usern vorbehalten bleiben, die das kostenpflichtige Abo nutzen. User des Gratisangebots sollen währenddessen nur Zugriff auf ausgewählte Singleauskopplungen haben.

Für Spotify wäre dies eine Abkehr der von Firmenchef Daniel Ek oftmals verteidigten Strategie, alle Inhalte stets beiden Nutzergruppen anzubieten. Eine Position, die ihm auch von prominenten Künstlern wie Taylor Swift Kritik eingebracht hatte.

Vorbereitung auf Börsengang

Zuletzt hatten Universal und die Streamingplattform monatsweise die Konditionen neu verhandelt. Bei seinen bisherigen Deals gab Spotify 65 bis 67 Prozent seines Umsatzes an Labels und Musikverleger ab. Das Unternehmen soll 2018 einen Börsengang anstreben – mit dem erfolgreichen Abschluss mit Universal würde dem Unternehmen ein Meilenstein auf dem Weg dorthin gelingen.

Mit Sony Music, einem weiteren großen Player der Musikbranche, laufen die Verhandlungen noch. Spotify wird aktuell auf einen Wert von 8,5 Milliarden Dollar geschätzt. (red, 04.04.2017)

Update, 18:20 Uhr: Spotify hat den Deal bestätigt. Der Text wurde entsprechend aktualisiert.

  • Spotify und Universal sollen sich nach zähem Ringen nun geeinigt haben.
    foto: reuters

    Spotify und Universal sollen sich nach zähem Ringen nun geeinigt haben.

Share if you care.