Leverkusen gegen Darmstadt unter Druck

4. April 2017, 14:33
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Völler: "Verfluchte Saison" – Dramatik pur im Abstiegskampf – Augsburg martialisch vor Kellerduell gegen Ingolstadt

Leverkusen – Bayer Leverkusen taumelt in der deutschen Fußball-Bundesliga einem schweren Finish entgegen. Vor dem Spiel bei Schlusslicht Darmstadt 98 am Mittwoch trennen die Mannschaft um Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz. "Wir müssen zusehen, dass wir irgendwie punkten, um nichts mit diesem 16. Platz zu tun zu haben", meinte Stefan Kießling.

Nach der Trennung von Roger Schmidt brachte auch Interimstrainer Tayfun Korkut den Karren bisher noch nicht wieder flott. In den – inklusive Champions League – vier Spielen seit seiner Amtsübernahme gab es eine Niederlage und drei Unentschieden. Am Sonntag an seinem 43. Geburtstag verspielte sein Team eine 2:0-Führung gegen Wolfsburg und musste am Ende mit einem 3:3-Remis zufrieden sein. Sportdirektor Rudi Völler sprach bereits von einer "verfluchten Saison".

Ärger herrschte bei Leverkusen auch über Leon Bailey. Der im Winter verpflichtete Jamaikaner hatte den belgischen Boxer Atif Tanriseven Ribera in einem Video im sozialen Netzwerk Snapchat verhöhnt. Ribera drohte ihm daraufhin auf offener Straße und übertrug dies live bei Facebook. Der Vorfall ereignete sich in Genk – wenige Minuten, bevor Bayer das Spiel gegen Wolfsburg bestritt. Korkut missfiel, dass der nicht im Kader stehende Bailey sein Team nicht vor Ort unterstützte. Da Bayer den Stadionbesuch nicht vorgeschrieben hat, wird der 19-Jährige aber nicht offiziell sanktioniert.

Dramatik

Im Saison-Endspurt zeichnet sich generell ein dramatischer Kampf gegen den Abstieg ab. Die Hälfte der Bundesliga muss noch zittern. Stetig abwärts ging es zuletzt für den FC Augsburg, der mit Martin Hinteregger, Kevin Danso und Georg Teigl ebenfalls drei österreichische Profis unter Vertrag hat. Zwar war eine Niederlage beim designierten Meister FC Bayern sicher einkalkuliert, doch gleich sechs Gegentore in München und schon 23 in den zehn Spielen nach der Winterpause wirken vor den entscheidenden Wochen eher demoralisierend.

"Der Trend spricht gegen uns. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die Schießbude der Liga werden", warnte Torhüter Marwin Hitz eindringlich. Am Mittwoch empfängt der Tabellen-16. den Vorletzten FC Ingolstadt, der mit einem 2:1-Sieg gegen Mainz zuletzt wieder Hoffnung schöpfte. "In Abstiegskampf steckt ja schon das Wort Kampf drin", meinte Trainer Manuel Baum. "Wir müssen sie niederkämpfen!", gab er die Parole aus.

Rauf und runter

Wie schnell sich das Blatt in der Liga wenden kann, zeigt auch das Beispiel Mainz. Noch vor ein paar Wochen konnten sich die Rheinpfälzer berechtigte Hoffnungen auf die erneute Teilnahme an der Europa League machen. Doch nach der mutlosen Vorstellung in Ingolstadt droht beim Heimspiel gegen RB Leipzig sogar der Absturz auf den Relegationsplatz. "Es ist eine komplexe Saison. Man merkt die Verunsicherung", räumte Trainer Martin Schmidt ein.

Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl kündigte Veränderungen an: "Wir haben eine Englische Woche, wir werden auch ein bisschen rotieren." Er habe erstmals seit Wochen wieder mehrere Optionen, so stehen ihm Stammkeeper Peter Gulacsi wie auch Stürmer Timo Werner wieder zur Verfügung. "Das ist eine sehr, sehr angenehme Situation als Trainer", sagte der Steirer. (APA, 4.4.2017)

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