Vassilakou bietet Soros-Universität Übersiedlung nach Wien an

4. April 2017, 14:28
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Vizebürgermeisterin: Wien hat genug Platz, aber das solle nicht als "Abwerbungsversuch" verstanden werden

Wien/Budapest – Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) will der in Ungarn unter Druck geratenen US-Privatuniversität Central European University (CEU) ein Quartier in Wien anbieten. "Sollte die Universität einen anderen Standort suchen, würde ich die Soros-Uni gerne nach Wien einladen", erklärte Vassilakou im Gespräch mit dem "Kurier" (Dienstagsausgabe). Ihre Mitarbeiter seien bereits in Kontakt mit der CEU.

Zudem habe sie bereits am Montag einen Brief an den Rektor der Mitteleuropa-Universität Michael Ignatieff geschrieben, um ihre Hilfe auch offiziell anbieten, so die Vizebürgermeisterin. Vassilakou betonte zugleich, dass dies nicht als "Abwerbungsversuch" verstanden werden solle. Die allerbeste Lösung für sie wäre, wenn die 1991 vom ungarischstämmigen US-Milliardär George Soros gegründete Universität in Budapest ihre Arbeit fortsetzen könne.

Bildungselite

Eine Abwanderung würde "einmal mehr eine Abwanderung der Bildungselite", also einen "brain drain", bedeuten. "Aber wenn sie wirklich weg müssen, bevor die Uni ihre Pforten schließen muss, wäre Wien eine hervorragende Adresse. Wien hat jedenfalls Platz genug," warb Vassilakou, ohne mögliche Standorte zu nennen. Laut "Kurier" kämen etwa das als ehemalige Otto-Wagner-Spital oder die Semmelweis-Klinik in Frage.

Auch die Universitätenkonferenz und die Wiener Neos haben bereits am Montag, erklärt, die Hochschule nach Österreich holen zu wollen.

Die ungarische Regierung hat am Dienstag eine Gesetzesänderung im Parlament beschlossen, die das Ende der renommierten Privatuniversität in Budapest bedeuten könnte. Das Vorhaben hat im Vorfeld international und national heftige Kritik ausgelöst. (APA, 4.4.2017)

  • Ihre Mitarbeiter stehen bereits in Kontakt mit der Uni in Budapest, erklärt Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.
    foto: urban

    Ihre Mitarbeiter stehen bereits in Kontakt mit der Uni in Budapest, erklärt Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

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