316.500 Jobs unter 1.700 Euro brutto Mindestlohn

4. April 2017, 13:32
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Den höchsten Prozentsatz an niedrig Entlohnten gibt es im Hotel- und Gastgewerbe. Die Arbeiterkammer fordert eine Anhebung der Untergrenze

Wien – Nachdem die Sozialpartner einem flächendeckenden Mindestlohn von 1.500 Euro brutto (auf Vollzeitbasis) schon recht nahe sind, visieren die Arbeitnehmervertreter nun verstärkt 1.700 Euro Mindestlohn an. Zuletzt verdienten 316.000 Beschäftigte weniger als 1.700 Euro (14-mal jährlich), dazu kommen noch 300.000 Teilzeit- oder nicht ganzjährig Beschäftigte, die für darunterliegende Löhne arbeiten.

Oberösterreichs Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer betonte am Dienstag, dass 1.700 Euro brutto pro Monat "aus Sicht der Arbeiterkammer die Untergrenze für ein Leben in Würde darstellen".

Hotel- und Gastgewerbe am stärksten betroffen

Niedrige Entlohnung treffe Frauen doppelt so stark wie Männer, so Kalliauer: "Während 2015 österreichweit mehr als jede fünfte Vollzeitbeschäftigte monatlich weniger als 1.700 Euro brutto verdiente, war es bei den Männern rund jeder zehnte."

Die Branche mit der mit Abstand höchsten Prozentzahl an niedrig Entlohnten sei das Hotel- und Gastgewerbe, wo rund jeder Zweite weniger als 1.700 Euro monatlich für Vollzeitarbeit erhalte. Die Arbeitgeber verweisen in diesem Zusammenhang auf Kost und Logis sowie Trinkgeld – allerdings wirkt sich das nicht auf die Pensionen sowie das Arbeitslosen- und Krankengeld aus. An zweiter Stelle folge der Handel mit einem Anteil an niedrig Entlohnten von rund 22 Prozent. (APA, 4.4.2017)

  • Das Personal bekommt zwar neben dem Gehalt auch Trinkgeld, für die Pension hat das natürlich keine Relevanz.
    foto: standard/heribert corn

    Das Personal bekommt zwar neben dem Gehalt auch Trinkgeld, für die Pension hat das natürlich keine Relevanz.

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