Jeder Vierte leidet an Lebererkrankungen

4. April 2017, 13:12
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Besonders Fettleber und erhöhte Leberwerte seinen verbreitet, sagen Experten

Innsbruck – Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet an Lebererkrankungen. Das hänge vor allem mit Übergewicht und Diabetes Typ 2 zusammen. Das wurde bei einer Pressekonferenz an der Medizinischen Universität in Innsbruck berichtet. Besonders verbreitet dabei sind Fettlebererkrankungen. Der Alkohol hingegen sei trotz der vorhandenen Assoziation mit Lebererkrankungen "nicht an allem Schuld".

"Lebererkrankungen sind immer noch stigmatisiert", sagt Herbert Tilg, Direktor an der Universitätsklinik für Innere Medizin I. Man gebe dem Alkohol oftmals die Hauptschuld. Diesem müsse zwar tatsächlich eine Verantwortung zugesprochen werden, häufiger diagnostiziere man aber Fettlebererkrankungen. "Zwischen 20 und 25 Prozent der Bevölkerung leiden daran", so Tilg. Das habe vor allem auch mit Übergewicht und Diabetes Typ 2 zu tun, welche eine hohe Verbreitung in unserer Kultur hätten. Dadurch werde die Leber geschädigt und die Wahrscheinlichkeit, an Leberkrebs zu erkranken, erhöhe sich, sagt der Tiroler Experte.

Dritthäufigste Todesursache in Österreich

Leberversagen sei die dritthäufigste Todesursache in Österreich. Leberkrebs mache außerdem neun Prozent aller Krebserkrankungen weltweit aus. Dietmar Öfner-Velano, Direktor an der Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, betonte angesichts dieser Zahlen die Bedeutung des "Leber Centrum Innsbruck", kurz LCI. In Innsbruck habe es auch bisher eine "einzigartige Verdichtung von Expertise" gegeben. So sei naheliegend, ein Institut mit einem derartigen Schwerpunkt zu gründen, so Öfner-Velano. Nunmehr könnten sich "Patienten zentral an uns wenden". Außerdem verteile sich mit diesem Zentrum die Expertise auf "mehrere Disziplinen und Köpfe", sagt Öfner-Velano.

Grundlegend wurde unisono die weltweit führende Rolle der tirol kliniken in "Leberfragen" hervorgestrichen. Im LCI gebe es neue Therapiemöglichkeiten wie etwa die weltweit einzigartige, minimalinvasive Tumorzerstörung oder die Möglichkeit einer Leberspende bei Kleinkindern.

Am 6. April wird von der Medizinischen Universität Innsbruck der "Lebertag" begangen. Bei diesem gibt es Fachvorträge von Innsbrucker Experten und Expertinnen zum Thema Lebererkrankungen und Therapiemöglichkeiten zu hören. Die Veranstaltung richtet sich an Ärzte und ein Fachpublikum, sei aber auch für die am Thema interessierte Öffentlichkeit offen. (APA, 4.4.2017)

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