IWF gibt Milliardenkredit für die Ukraine frei

4. April 2017, 10:11
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Bewilligung von einer Milliarde Dollar

Kiew/Moskau – Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Freigabe der nächsten Kredittranche für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Dollar (937,6 Millionen Euro) bewilligt. Damit steige die zugeteilte Kreditsumme im Zuge des 2015 in Kiew vereinbarten 17,5-Milliarden-Dollar-Pakets auf 8,38 Milliarden Dollar, erklärte der IWF am Montag in Washington.

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko wertete die Entscheidung als ein "weiteres Zeichen" dafür, dass in der Ukraine "Reformen im Gang" seien.

Sparmaßnahmen

Der IWF hatte der Ukraine im Gegenzug harte Sparmaßnahmen auferlegt. Die ursprünglich für den 20. März vorgesehene Sitzung zur Freigabe des neuen Kredits hatte der IWF-Vorstand auf unbestimmte Zeit verschoben. Zur Begründung hieß es, die Auswirkungen der von Kiew verhängten Handelsblockade gegen die von prorussischen Rebellen kontrollierte Ostukraine müssten zunächst abgewartet werden.

Die ukrainische Zentralbank hatte daraufhin ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2017 von 2,8 Prozent auf 1,9 Prozent nach unten korrigiert. Zuvor hatte sie das Wachstum für 2016 mit 1,8 Prozent angegeben – eine leichte Zunahme nach dem Einbruch um die 15 Prozent in den beiden vorherigen Jahren.

Weltbank mahnt Reformen ein

Mehr Reformen in der Ukraine könnten nach Ansicht der Weltbank die Konjunktur im Bürgerkriegsland stärken. "Die Wirtschaft erholt sich moderat, aber eine Beschleunigung der Reformen könnte mittelfristig das Wachstum stärken", sagte Weltbank-Expertin Satu Kahkonen am Dienstag in Kiew bei der Vorlage eines Länderberichts. Sie plädierte vor allem für Maßnahmen bei der Rente, im Gesundheitswesen und im Energiebereich. Dies dürfte auch der Bevölkerung zugute kommen. Denn der Konflikt im Osten des Landes sorge zunehmend für Gegenwind. Die Weltbank traut der Ukraine in diesem Jahr zwei Prozent Wirtschaftswachstum zu, nach 2,3 Prozent 2016. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2018 um 3,5 Prozent zulegen und 2018 um vier Prozent.

Ungeachtet der am Samstag in Kraft getretenen neuen Waffenruhe im Osten der Ukraine wurden dort nach Armeeangaben zwei Soldaten getötet und zwei weitere verletzt. Bisher wurden in dem seit April 2014 andauernden Konflikt rund 10.000 Menschen getötet, es gab 23.000 Verletzte.

Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen militärisch zu unterstützen. Moskau bestreitet das. (APA, Reuters, 4.4.2017)

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