Innehalten in der Wiener Innenstadt: Gedenken an die Kinder von Izieu

3. April 2017, 17:59
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Neue Tafel und neues Buch erinnern an die Ermordung jüdischer Kinder in der NS-Zeit

Wien – Georgy Halpern war eines von 1,5 Millionen Kindern, die Opfer des Holocausts wurden. Vor dem Haus Franz-Josefs-Kai 25 in Wien, wo der Bub und seine Eltern ursprünglich zu Hause waren, regt seit Montag eine Gedenktafel zum Innehalten in der belebten Innenstadt ein. Georgys Familie musste fliehen und wurde zerrissen, der Bub fand Zuflucht im französischen Kinderheim Maison d‘Izieu. Bis Klaus Barbie, der Leiter der Lyoner Gestapo, 1944 die Deportation von 44 Kindern – darunter sieben aus Wien – und der Erzieher anordnete. Fast alle wurden in Auschwitz vergast.

Briefe an die Eltern

Die Eltern von Georgy überlebten und kamen in Kontakt mit Beate und Serge Klarsfeld – dem Ehepaar, das Barbie, den "Schlächter von Lyon", und andere Naziverbrecher ausgeforscht hat. So entstand das nun auch auf Deutsch vorliegende Buch "In Erinnerung an Georgy Halpern. Briefe von Maison d'Izieu", in dem Serge Klarsfeld berührende Schreiben des Buben an seine Eltern sowie viele Fotos dokumentiert hat. Das Buch wurde am Montag im Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien präsentiert. IKG-Präsident Oskar Deutsch konnte unter anderen Beate und Serge Klarsfeld begrüßen, Andrea Pauli vom 1. Wiener Lesetheater trug Passagen aus dem Buch vor.

In Österreich hat es zu den ermordeten Kindern von Izieu bereits eine sehr erfolgreiche Wanderausstellung gegeben, die sich vor allem an Schulen wandte. Das Maison d‘Izieu nahe Lyon ist seit 1994 eine Gedenkstätte. (simo, 3.4.2017)

  • Georgy Halpern wurde im Alter von neun Jahren in Auschwitz ermordet.
    foto: gedenkstätte maison d'izieu / coll. henry alexander

    Georgy Halpern wurde im Alter von neun Jahren in Auschwitz ermordet.

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