2,3 Millionen Euro für Biotechmed-Forschung an Grazer Universitäten

3. April 2017, 16:41
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Dreijährige Förderung für vier Projekte von Universität, Med-Uni und TU Graz

Graz – Mit 2,3 Millionen Euro fördern drei Grazer Universitäten die gemeinsame Forschung an der Schnittstelle von biomedizinischen Grundlagen, technologischen Entwicklungen und medizinischen Anwendbungen (Biotechmed). Thema sind das periodische Fasten, Wechselwirkungen zwischen Darm und Bakterien, die Steuerung bioaktiver Lipide und Herz-Modelle.

Für die Vergabe der Gelder war ein Gutachterverfahren ausgeschrieben. Insgesamt seien 37 Anträge eingelangt, aus dem letztlich vier Projekte als Sieger hervorgegangen sind, sagte Christina Prix von Biotechmed. Die Laufzeit beträgt demnach drei Jahre, finanziert wird die Förderung aus den Mitteln der laufenden Leistungsvereinbarungen der drei Universitäten.

Periodisches Fasten

Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz interessieren im Projekt "Epiage" die Effekte des sogenannten periodischen Fastens. In Kooperation mit dem Institut für Humangenetik der Med-Uni Graz untersucht er Blutproben von Menschen, die auf einen Fastentag einen Tag folgen lassen, an dem alles gegessen werden darf.

In vorangegangenen Versuchen an Fliegen, Mäusen und Ratten seien bereits eindeutige lebensverlängernde und gesundheitsfördernde Effekte dieses intermittierenden Fastens nachgewiesen worden. Es fehle aber nach wie vor das Verständnis der grundlegenden molekularen Mechanismen. Diesen wollen die Grazer Forscher nun mittels einer Förderung in der Höhe von 749.000 Euro auf die Spur kommen.

Lipidforschung

Forscher um Dagmar Kratky und Robert Zimmermann beschäftigen sich hingegen mit Lipiden. Diese haben im Körper vielfältige Aufgaben: Sie dienen als Energiespeicher, sind Bausteine für Zellmembranen und Botenstoffe mit hormonähnlicher Wirkung und können auch Entzündungsprozesse und Krebswachstum beeinflussen. Diese wasserunlöslichen Biomoleküle werden durch körpereigene Enzyme hergestellt und abgebaut.

Kennt man diese Enzyme und ihre konkrete Funktion, könnte man in die Freisetzung dieser Botenstoffe eingreifen und dadurch unerwünschte Wirkungen wie Entzündung oder Schmerz verhindern. Die Grazer Wissenschafter setzen sich in ihrem Projekt "Lipases and Lipid Signaling" mit drei Enzymen auseinander, die als Monoglyzerid-Lipase, alpha/beta-Hydrolase 6 und Lysosomale Lipase bezeichnet werden. Vor allem will man die Rolle dieser Enzyme bei Krankheiten wie Atherosklerose sowie bei Darm- und Atemwegserkrankungen besser verstehen.

Verbesserte Modelle

Im Rahmen des Projektes "Ilearnheart", geleitet von Gernot Plank vom Institut für Biophysik der Med-uni Graz, geht es wiederum um die Verbesserung von Computermodellen des menschlichen Herzens. Auf Patienten maßgeschneiderte Modelle sollen es künftig ermöglichen, dass therapeutische Szenarien besser geplant und Therapieerfolge besser vorhersagbar werden.

Kommunikation im Darm

Neueste Erkenntnisse deuten auf eine lebhafte Kommunikation zwischen den Darmbakterien und dem Darm hin. Zur Verständigung benutzen die Bakterien häufig Effektoren, die direkt im Darm freigesetzt werden. Das von Stefan Schild vom Institut für Molekulare Biowissenschaften (Uni Graz) geleitete interdisziplinäre Projekt "Secretome" untersucht die physiologischen Auswirkungen zweier Effektoren (Tilivalline und Membranvesikel) auf die Darmzellen und auf den gesamten Organismus. Letztlich sollen damit zukünftige therapeutische Anwendungen entwickelt und Darmerkrankungen besser verhindert werden können. (APA, 3.4.2017)

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