Österreich-Standort des Unterwäsche-Labels Agent Provocateur pleite

3. April 2017, 12:20
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Tuchlauben-Geschäft musste Konkurs anmelden – Warenfluss stockt nach Insolvenz der britischen Mutter

Wien – Die einzige Österreich-Filiale des britischen Unterwäsche-Labels Agent Provocateur ist pleite. Ende März sei über das Vermögen der Firma das Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnet worden, gab der Kreditschutzverband KSV1870 am Montag bekannt. Von dem Konkurs sind sechs Beschäftigte betroffen, die Passiva betragen rund 180.000 Euro.

Das Österreich-Geschäft befindet sich in der Nobelgegend im ersten Wiener Bezirk, in der Tuchlauben, und verkauft Unterwäsche, Bademode & Co im Hochpreissegment. Die Filiale wird vorerst fortgeführt – zumindest, so lange die Ware reicht. Insolvenzverwalterin Ulla Reisch ist derzeit mit Interessenten in Gesprächen. "Es gibt Interessenten für den Standort", sagte Reisch Montagnachmittag zur APA.

Als Grund für die Pleite werden stockende Warenlieferungen angegeben. Über die Eigentümerin der Österreich-Niederlassung, die Agent Provocateur Ltd. mit Sitz in London, sei ebenfalls ein Insolvenzverfahren eröffnet worden, so der KSV1870. Seit einiger Zeit erfolgten daher keine neuen Warenlieferungen an die Tochter in Österreich.

Sports-Direct-Verbindung

Das einstige Kultlabel steckt in der Krise. Vor kurzem wurde es von der Investmentgesellschaft Four Holdings gekauft, hinter der der britische Sports-Direct-Eigentümer Mike Ashley steckt. In Österreich gehören die ehemaligen Eybl- und Sports Experts-Geschäfte zu Sports Direct.

Agent Provocateur wurde 1994 von Joseph Corre, Sohn der Stardesignerin Vivienne Westwood, sowie seiner Frau Serena Rees gegründet. Corre hat zuletzt in mehreren Zeitungsinterviews seine Sorge über den Verkauf an Four Holdings geäußert, die 30 Mio. Pfund (35,07 Mio. Euro) für die Marke gezahlt haben sollen. Seiner Ansicht nach ein Schleuderpreis. Der ehemalige Mitbegründer befürchtet, dass die neuen Eigentümer einen Großteil der Geschäfte schließen werden.

Derzeit ist Agent Provocateur in fast 20 Ländern vertreten. Aus dem australischen Markt zieht sich das Label zurück, wurde erst heute bekannt. (APA, 3.4.2017)

  • Schaufensterwerbung in einer Agent-Provocateur-Filiale in London.
    foto: reuters/toby melville

    Schaufensterwerbung in einer Agent-Provocateur-Filiale in London.

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