Paar mit Eisenstange erstochen: Strafe auf neun Jahre erhöht

3. April 2017, 11:18
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Oberlandesgericht gab den erschwerenden Gründen mehr Gewicht

Linz – Die Strafe wegen Totschlags für einen 42-Jährigen, der im Februar 2016 in Leonding im Bezirk Linz-Land ein Nachbarehepaar mit einer spitzen Eisenstange erstochen hat, ist von sieben auf neun Jahre erhöht worden. Das Oberlandesgericht Linz gab den erschwerenden Gründen in der Berufungsverhandlung am Montag mehr Gewicht.

Der Tat war ein jahrelanger Nachbarschaftstreit vorausgegangen. Als der Mann im Februar auf der Straße das pensionierte Paar sah, trat er es erst nieder, griff auf einer nahe gelegenen Baustelle zu einer Eisenstange und stach mehrmals zu. Der 74-Jährige und seine 72-jährige Frau starben im Spital.

Totschlag und nicht Mord

In der Verhandlung im Landesgericht Linz im Juli vergangenen Jahres lautete der Wahrspruch der Geschworenen auf Totschlag und nicht auf Mord. Der Angeklagte wurde bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft erhob dagegen Nichtigkeitsbeschwerde, doch der Oberste Gerichtshof bestätigte die erstinstanzliche Entscheidung in Richtung Totschlag.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hatten auch gegen die Strafhöhe berufen, worüber nun das Oberlandesgericht entschied. Es gab der Berufung des Staatsanwalts statt, der Antrag der Verteidigung wurde abgewiesen. Die Richter blieben bei der Einschätzung des Erstgerichts, dass das umfassende Geständnis – auch wenn es nicht zur Aufklärung beigetragen hatte, weil der Angeklagte bei der Tat beobachtet worden war – und die bisherige Unbescholtenheit mildernd seien.

Die weiteren Argumente der Verteidigung für eine Herabsetzung der Strafhöhe wiesen sie jedoch zurück. Jene der Staatsanwaltschaft gewichteten sie hingegen noch mehr als im ersten Urteil, vor allem das Zusammentreffen von zwei Verbrechen, ebenso die grausame und qualvolle Art der Tat und die Verwendung einer Waffe – der spitzen Eisenstange.

Der Angeklagte hatte zuvor in der Verhandlungen eingestanden, dass er seine Tat nicht mehr ungeschehen machen könne. Aber er hatte um eine mildere die Strafe gebeten, weil sie nicht nur ihn, sondern auch seine Familie treffe. Nach der Urteilsverkündung war er sichtlich geschockt. (APA, 3.4.2017)

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