FP-nahes Portal mit deutschem Ableger: "unzensuriert.de" gestartet

3. April 2017, 13:33
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Geschäftsführer Walter Asperl: "Auch in Deutschland großes Interesse an Medien abseits des Mainstreams"

Wien – Das FP-nahe Portal unzensuriert.at startete mit unzensuriert.de einen Ableger in Deutschland. "Nachdem unzensuriert.at sehr erfolgreich läuft und auch in Deutschland ein großes Interesse an Medien abseits des Mainstreams herrscht, haben wir uns entschlossen – mit der bekannten Marke 'unzensuriert' – uns spezieller mit der deutschen Innenpolitik zu beschäftigen", sagt Geschäftsführer Walter Asperl dem STANDARD. "Das grundsätzliche redaktionelle Konzept bleibt aber für beide Seiten gleich, Redakteure, die "vor Ort" berichten, wird es verstärkt geben".

"Unzensuriert" war aus Rundbriefen des ehemaligen Nationalratspräsidenten Martin Graf hervorgegangen. Mittlerweile sollen bis zu 25 Personen "ehrenamtlich" für das Magazin arbeiten. Kritisiert wird etwa der Umgangston mit manchen Journalisten. Das Wochenmagazin "Profil" hat wegen Morddrohungen und Beleidigungen gegen eine Journalistin, die von "unzensuriert.at"-Forennutzern ausgesprochen wurden, Anzeige gegen "unzensuriert" erstattet. In erster Instanz ist "unzensuriert.at" zur Zahlung von 2.000 Euro verurteilt worden.

Leser aus Deutschland

In Deutschland könnte sich "unzensuriert.at" künftig mit Breitbart messen. Die Publikation, die einst von Trump-Chefstratege Stephen Bannon geleitet worden ist, will nach Deutschland expandieren, kündigte die Plattform noch Anfang März an. Ein Start noch vor den Bundestagswahlen im September scheint aber derzeit – anders als ursprünglich kolportiert – nicht sehr wahrscheinlich. Das Portal habe die Pläne für Deutschland auf "unbestimme Zeit verschoben".

Schon jetzt stammt eine Vielzahl der unzensuriert-Leser aus Deutschland. Das Webseiten-Analysetool Alexa weist dem Medium einen Wert von 47,6 Prozent deutscher Leser aus – somit mehr als österreichischen (47,1 Prozent).

Auch auf Facebook ist "unzensuriert.de" aktiv. Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig macht auf Twitter darauf aufmerksam, dass der Geschäftsführer Asperl seinem Medium dort die höchste Punkteanzahl gibt. Außerdem amüsieren sich Nutzer darüber, dass das Wort "unzensuriert" in Deutschland kaum benutzt wird.

Aktuell wettert der deutsche Ableger gegen Bayern-Kapitän Philipp Lahm, ("Philipp Lahm stimmt in den linken Chor gegen die AfD ein – der Schwerverdiener hat natürlich keine Probleme mit Migranten"), berichtet über eine Konferenz der sächsischen AfD oder über eine Messerstecherei in Lünen. (red, 3.4.2017)

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