"Trendwende": Arbeitslosigkeit sank im März um 1,8 Prozent

3. April 2017, 09:54
576 Postings

431.000 Personen waren ohne Job, die Arbeitslosenquote sank auf 8,9 Prozent. Besonders stark war der Rückgang bei Männern und Inländern

Wien – Die Arbeitsmarktlage hat sich im März aufgehellt: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit (Arbeitslose und Schulungsteilnehmer) um 1,8 Prozent gesunken, 430.758 Personen (inklusive Schulungsteilnehmer) hatten keinen Job. Arbeitslos gemeldet waren Ende März 354.072 Personen, ein Rückgang um 3,7 Prozent und damit der deutlichste der letzten fünf Jahre.

Die nationale Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent. Unverändert hoch blieb die Quote bei Älteren mit 10,1 Prozent. Der deutliche Anstieg gemeldeter offener Stellen um 44,5 Prozent auf 53.142 zeige Trend zu einer steigenden Arbeitskräftenachfrage, erklärte das Sozialministerium am Montag.

Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im März auch die Beschäftigung weiter gestiegen. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten wuchs um 58.000 beziehungsweise 1,6 Prozent auf 3,614 Millionen.

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sieht die Arbeitsmarktentwicklung positiv, denn sie zeige, dass die Maßnahmen der Regierung wirken. "Solange aber Menschen keine Arbeit finden können, haben wir keinen Anlass zur Zufriedenheit. Daher heißt es jetzt, konsequent die nächsten Schritte zu setzen." Er pocht auf die rasche Umsetzung der "Aktion 20.000", mit der Langzeitarbeitslose ab 50 Jahren einen Job in gemeinnütziger Arbeit finden sollen. Dafür müssten die Regierung, die Länder, die Bezirksverwaltungsbehörden und das Arbeitsmarktservice (AMS) weiter an einem Strang ziehen.

Zuspitzung bei Älteren, Entspannung bei Jugendlichen

Die Älteren ab 50 sind auch jene Gruppe, bei der die Arbeitslosigkeit im März deutlich gestiegen ist, nämlich um fünf Prozent auf 107.362. Fast jeder dritte vorgemerkte Arbeitslose ist damit über 50 Jahre alt.

Bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) hingegen ist die Arbeitslosigkeit besonders stark zurückgegangen, nämlich um 6.259 Personen beziehungsweise 13,8 Prozent auf 38.962. Auch am Lehrstellenmarkt zeigt sich ein positiver Trend: Während die Zahl der Lehrstellensuchende mit 5.330 fast stabil (minus vier Personen) blieb, ist die Zahl der offenen Lehrstellen um 917 auf 4.256 gestiegen.

Rückgang bei Männern und Inländern

Überdurchschnittlich stark zurückgegangen ist die Arbeitslosigkeit auch bei Männern mit minus 11.857 (minus 5,5 Prozent) und Inländern (minus 13.635 beziehungsweise 5,2 Prozent). Weniger stark sank sie bei Frauen, nämlich um 1.647 beziehungsweise 1,1 Prozent. Minimal um 131 Personen gestiegen ist die Ausländerarbeitslosigkeit (plus 0,1 Prozent). Deutlich steigend ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (plus 4.647 Personen, ein Zuwachs von 6,4 Prozent).

Nach Bundesländern betrachtet sank die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen überall bis auf Salzburg. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Steiermark mit minus 10,1 Prozent, gefolgt vom Burgenland mit 9,9 Prozent. In Salzburg stieg die Zahl der Arbeitslosen um 0,4 Prozent, in Wien sank sie um 2,1 Prozent.

AMS-Chef sieht Trendwende

"Vorsichtig hat sie sich während der letzten Monate schon angekündigt, an sie glauben haben wir aufgrund der Dezemberprognosen jedoch noch nicht dürfen. Jetzt ist sie aber wohl wirklich da, die Trendwende am Arbeitsmarkt", erklärte AMS-Chef Johannes Kopf in einer Presseaussendung.

Deutlich rückläufige Arbeitslosenzahlen insbesondere auf dem Bau und bei der Warenproduktion sowie weiter stark steigende Stellenmeldungen ließen auf einen echten Konjunkturaufschwung schließen, schreibt Kopf. Nachsatz: "Nach fünf langen Jahren war es auch Zeit." (APA, red, 3.4.2017)

  • Auf dem Bau hat die Arbeitslosigkeit um rund 15 Prozent abgenommen: Im März suchten in diesem Sektor rund 7.700 Personen weniger einen Job als noch vor einem Jahr.
    foto: apa/roland schlager

    Auf dem Bau hat die Arbeitslosigkeit um rund 15 Prozent abgenommen: Im März suchten in diesem Sektor rund 7.700 Personen weniger einen Job als noch vor einem Jahr.

Share if you care.