Ärzte ohne Grenzen: Hinweise auf C-Waffen bei Angriff in Syrien

31. März 2017, 21:20
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Atembeschwerden in Spital nach Bombentreffer

Wien/Damaskus – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans frontieres/MSF) sieht Anzeichen dafür, dass bei einem Angriff auf ein von ihr unterstütztes Spital in Syrien Chemiewaffen eingesetzt wurden.

Das Latamneh-Krankenhaus im nördlichen Distrikt Hama sei am 25. März von einem Hubschrauber mit einer Bombe angegriffen worden, hieß es in einer Aussendung von MSF: "Unmittelbar nach dem Angriff berichteten Patienten und Mitarbeiter über akute Atembeschwerden sowie Brennen der Schleimhäute – Symptome, die typisch für chemische Waffen sind." Zwei Menschen seien bei dem Angriff gestorben, darunter ein Arzt. 13 Personen seien damals zur Behandlung in andere Einrichtungen verlegt worden.

"Nach dem Verlust von Dr. Darwish gibt es nun nur noch zwei orthopädische Chirurgen für eine Bevölkerung von rund 120.000 Menschen", beklagte Massimiliano Rebaudengo, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Nordsyrien. Nach dem Angriff war das Krankenhaus drei Tage lang außer Betrieb, danach wurde die Notaufnahme wieder geöffnet. Das Latamneh-Krankenhaus befindet sich wenige Kilometer von der Frontlinie zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Oppositionskräften, und bietet laut MSF rund 8.000 Menschen eine medizinische Versorgung. "Die Bombardierung von Krankenhäusern bleibt in Syrien eine gängige Praxis, obwohl das humanitäre Völkerrecht sie verbietet", so Rebaudengo.

Im Gouvernement Hama mussten in letzter Zeit 40.000 Menschen vor Kämpfen fliehen. (APA, 31.3.2017)

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