Pilz: Türkei baute weltweites Netzwerk der Bespitzelung

31. März 2017, 20:09
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Zur Ausspionierung von Regierungskritikern der Gülen-Bewegung in mehr als 30 Ländern

Wien – Der türkische Geheimdienst MIT soll nach Informationen des grünen Sicherheitssprechers Peter Pilz in den vergangenen Jahren ein weltweites Netzwerk zur Bespitzelung von Regierungskritikern aufgebaut haben. In 32 – laut Reuters ebenfalls unter Berufung auf Pilz sogar 35 – Staaten sollen Informationen von Vereinen der Gülen-Bewegung gesammelt worden sein, wie Pilz dem "Kurier" (Samstagausgabe) sagte.

Pilz beruft sich dabei auf Botschaftsdokumente, die er von einer türkischen Quelle erhalten habe. Der Nachrichtenagentur Reuters liegen diese Unterlagen ebenfalls vor. Die Echtheit der Papiere konnte allerdings nicht geprüft werden. In den Berichten sollen Diplomaten angewiesen worden sein, "detaillierte Berichte" über Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten sowie Kultur- und Studentenvereinen, die im Zusammenhang mit der Gülen-Bewegung stehen sollen, zu sammeln. Dabei sollen auch Namen von Personen genannt werden, die mit der Bewegung sympathisieren oder mit Sympathisanten verwandt sind.

Gegenüber dem "Kurier" erklärte Pilz, der türkische Geheimdienst MIT habe bei seinem Vorgehen um Unterstützung beim österreichischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) angesucht. Wie viele Menschen insgesamt bespitzelt worden seien, lasse sich aus den Dokumenten allerdings nicht ablesen. Pilz geht davon aus, dass der Kreis der Betroffenen "recht groß" sei. Neben vielen europäischen Ländern finden sich in den Dokumenten auch Informationen von Botschaften in Asien, Afrika und Australien.

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom vergangenen Juli verantwortlich. (APA, 31.3.2017)

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