Diagonale: Drehbuchpreise an Evi Romen und Händl Klaus

    31. März 2017, 16:14
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    Carl-Mayer-Drehbuchpreis an Romen für "Hochwald", Thomas-Pluch-Drehbuchpreis an Händl Klaus für "Kater"

    Graz/Wien – Der mit 14.500 Euro dotierte Carl-Mayer-Drehbuchpreis 2017 ist am Freitag in Graz im Rahmen der Diagonale an Evi Romen für "Hochwald" gegangen. Den Förderpreis erhielt Nikolaus Müller für "Rote Wand". Der mit 12.000 Euro verbundene Thomas-Pluch-Drehbuchpreis ging an Händl Klaus für "Kater", teilte die Jury mit.

    Beim von der Stadt Graz gestifteten Carl-Mayer-Drehbuchpreis setzte sich "Hochwald" gegen 27 Treatments zum Thema "ANDERS" durch. Die Jury erklärte: "Die Geschichte überrascht durch unvorhersehbare Wendungen und hält bis zum Ende in Bann." Den mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis erhielt Müller für die "Rote Wand". Die Jury merkte an, dass sie sich für die Weiterarbeit "mehr Vertrauen in das dramatische Potenzial der Geschichte und weniger Symbolik" wünsche.

    Unaufgeregter Blick

    Der Thomas-Pluch-Drehbuchpreis an Händl Klaus für "Kater" wurde vom Bundeskanzleramt für Kunst und Kultur für einen bereits realisierten, abendfüllenden Kino- und Fernsehfilm gestiftet. Die Jury begründete die Wahl für das "herausragende Drehbuch" mit dem "präzisen, unaufgeregten Blick für das Atmosphärische im Alltäglichen" sowie dem offenen Umgang mit Sexualität. "Der Autor geht ein großes Risiko ein: Er stellt eine Behauptung auf, ohne sie klassisch dramaturgisch zu untermauern. Das Dreieck zwischen zwei Männern und ihrem geliebten Tier wird zur Metapher für die existenzielle Frage nach Vertrauen und setzt einen Stachel ins Idyll."

    Der mit 7.000 Euro dotierte Thomas-Pluch-Spezialpreis ging an Monja Art für "Siebzehn" sowie Tizza Covi für "Mister Universo". Die Preisträgerinnen teilen sich das Preisgeld auf. Der Jury gefiel beim Drehbuch für "Siebzehn" der "detaillierte Blick auf eine Zeit der Umbrüche und sein spielerisches Erkunden von Körperlichkeit. Die Geschichte schildert mehr oder weniger geglückte Versuche der Protagonistinnen aus der Heteronormativität auszubrechen und verweigert dabei jegliche Romantisierung der Jugend." Der Preis für ihr erstes Langspielfilm-Drehbuch soll Monja Art ermutigen, diesen Weg noch konsequenter weiter zu gehen.

    Bergauf und dennoch abschüssig

    Am Drehbuch für "Mister Universo" mochte die Jury die Symbolik einer Straße, "die bergauf führt und dennoch abschüssig ist": "Melancholische Stimmungen in italienischer Landschaft, die niemals pittoresk sind, zerbrechliche Protagonisten und Protagonistinnen, die uns in ihrer beklemmenden Unbeholfenheit berühren, zeichnen ein mutiges Projekt aus."

    Der mit 3.000 Euro dotierte Thomas-Pluch-Preis für den besten kurzen bzw. mittellangen Film erhielt Nora Friedel für "Mimikri": "Auf wenige Schauplätze reduziert, erzählt uns das Drehbuch sehr stimmungsvoll und visuell geschrieben von einem Wendepunkt im Leben einer Siebzehnjährigen. Einem Traum(Mann) nacheifernd, begegnet sie in der Realität wahrer Zuneigung. Dadurch kann sie sich von Projektionen lösen, sich selbst akzeptieren und sich letztlich aus den Restriktionen des ländlichen Umfelds befreien", lobte die Jury. (APA, 31.3.2017)

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